13 June 2026, 00:28

Berlins Kulturschaffende kämpfen um ihre Zukunft vor der Wahl

Welchen Weg für die Kultur?

Berlins Kulturschaffende kämpfen um ihre Zukunft vor der Wahl

Berlins Kulturszene formiert sich vor der Wahl am 20. September

Die Initiative „Berlin ist Kultur“ hat eine Aktionswoche gestartet, um kulturelle Themen im Wahlkampf in den Fokus zu rücken. Unter dem Motto „#deinstimmefürkultur“ ruft sie die Wählerinnen und Wähler auf, Kandidaten zu unterstützen, die sich für die Künste einsetzen.

In der „Berliner Erklärung“ der Initiative wird gefordert, mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur bereitzustellen. Zudem verlangt sie stabile Förderstrukturen, um weitere Instabilität zu verhindern. Kultureinrichtungen und Verbände haben sogar „Wahl-Lackmustests“ für die Kandidaten entwickelt, um deren Haltung zu künstlerischer Bildung und anderen zentralen Fragen zu prüfen.

Prominente Vertreter der Szene haben sich der Kampagne angeschlossen. Oliver Reese, künstlerischer Leiter des Berliner Ensembles, kritisierte die jüngsten Kürzungen als kurzsichtig. Er warnte vor der drohenden Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße, das den Budgetkürzungen zum Opfer fallen könnte. Reese berichtete auch von einer prägenden Erfahrung: Ein Theaterbesuch mit 14 Jahren habe sein Leben verändert.

Andere teilten seine Sorgen. Gabi Dan Droste, Leiterin des FELD Theaters, verglich die finanzielle Notlage der Branche mit dem Mythos von Ikarus, der der Sonne zu nah kam. Tom Streidel, Tischler am Maxim Gorki Theater, wies auf die Bedrohung durch Mietänderungen und sogar die mögliche Auflösung seines Arbeitsplatzes hin. Bei der Auftaktveranstaltung der Initiative erhielten die Forderungen Unterstützung von Politikerinnen und Politikern, darunter Katharina Marg von der Linken sowie Ronja Losert und Bertram von Boxberg von den Grünen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Ziel der Kampagne ist es, langfristige Finanzierung und politisches Engagement für die Berliner Kulturszene zu sichern. Angesichts der bevorstehenden Wahl hoffen die Organisatoren, dass der Druck der Wähler die Kandidaten zwingen wird, sich den Bedürfnissen des Sektors zu stellen. Ob die kulturellen Einrichtungen überleben oder weiteren Kürzungen zum Opfer fallen, könnte von den Bemühungen der Initiative abhängen.

Quelle