Berlin testet umstrittene KI zur Überwachung von Menschenmengen im öffentlichen Raum
Adriane BoucseinBerlin testet umstrittene KI zur Überwachung von Menschenmengen im öffentlichen Raum
Berlin drängt auf Test eines umstrittenen KI-Systems zur Analyse menschlichen Verhaltens im öffentlichen Raum
Die von der Fraunhofer-Gesellschaft für Optronik entwickelte Technologie wurde bereits in Mannheim und Hamburg eingesetzt. Nun will die Berliner Polizei das System in der Hauptstadt einführen – trotz anhaltender Datenschutzdebatten.
Die KI-Software kann aus Videoaufnahmen 16 verschiedene menschliche Aktivitäten erkennen. In Mannheim läuft das System bereits seit sieben Jahren, in Hamburg wurde es Anfang September eingeführt. Die Behörden betonen, die Technologie diene der Effizienzsteigerung und besseren Ressourcenplanung.
Die Berliner Polizeipäsidentin Barbara Slowik Meisel verteidigt die geplanten Einsätze. Die KI solle Abläufe optimieren und die Beamten entlasten. Kritiker warnen jedoch, dass das System große Teile der Innenstadt überwachen könnte – mit gravierenden Folgen für den Überwachungsstaat und die Privatsphäre der Bürger.
Bis März 2026 hat keine weitere deutsche Stadt offiziell Interesse an einem Test angemeldet. Konkrete Standorte in Berlin stehen ebenfalls noch nicht fest. Die rechtliche Grundlage für Training und Nutzung der KI liefert das neue Berliner Polizeigesetz, das die Auswertung verschiedener Videoquellen erlaubt.
In Mannheim heißt es seitens der Polizei, die meisten KI-Hinweise dienten der Verbesserung des Systems und nicht der direkten Strafverfolgung. Das Fraunhofer-Institut entwickelt und vermarktet die Verhaltenserkennungstechnologie weiter.
Bei einer Genehmigung wäre Berlin die dritte deutsche Stadt, die das KI-System testet. Die rechtlichen Voraussetzungen sind geschaffen, doch Datenschützer bleiben skeptisch. Über die weitere Verbreitung der Technologie wird letztlich die öffentliche Reaktion und die Ergebnisse zusätzlicher Tests entscheiden.






