Berlin, München und Ruhrgebiet träumen von Olympischen Spielen – doch die Kritik bleibt laut
Bernhardine RörrichtBerlin, München und Ruhrgebiet träumen von Olympischen Spielen – doch die Kritik bleibt laut
Berlin, München und das Rhein-Ruhr-Gebiet haben Interesse an der Ausrichtung künftiger Olympischer Spiele bekundet. In aktuellen Umfragen findet die Idee zunehmende Unterstützung – so sprechen sich zwei Drittel der Berlinerinnen und Berliner für eine Bewerbung aus. Doch Kritiker wie die Initiative NOlympia melden weiterhin massive Bedenken an.
Berlin blickt auf eine wechselvolle und belastete Geschichte mit den Olympischen Spielen zurück. Ursprünglich sollte die Stadt 1916 Gastgeber sein, doch der Erste Weltkrieg machte die Pläne zunichte. 1936 fanden die Spiele dann in Berlin statt, wurden vom NS-Regime jedoch gezielt für Propagandazwecke instrumentalisiert.
Jüngere Versuche, die Olympischen Spiele zurück in die Hauptstadt zu holen, scheiterten. Die Bewerbungen für die Spiele 2000 und 2004 platzten aufgrund eines schlecht organisierten Komitees und des Widerstands der NOlympia-Bewegung. Nun stellt sich dieselbe Gruppe gegen neue Pläne für 2036, 2040 oder 2044 – und droht mit einem Bürgerentscheid, falls Berlin den Zuschlag erhalten sollte.
Doch die Befürworter geben nicht auf. Kaweh Niroomand, ehemaliger Manager der Berlin Volleys, leitet derzeit das pro-olympische Gremium im Berliner Senat. Moritz van Dülmen, Chef der Kulturprojekte Berlin, bringt Erfahrung in der Planung großformatiger Veranstaltungen in die Debatte ein. In München wiederum unterstützt Bürgermeister Dominik Krause eine mögliche Bewerbung – und hat dabei die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger hinter sich.
Die Diskussion über Olympische Spiele in Deutschland bleibt kontrovers. Zwar zeigen Umfragen in Berlin und München eine deutliche öffentliche Zustimmung, doch finanzielle und logistische Hürden sind noch lange nicht aus dem Weg geräumt. Die NOlympia-Aktivisten bestehen darauf, dass die Stadt zunächst Probleme bei Verkehr und Haushalt lösen muss, bevor es weitergeht.
