BAföG-Reform scheitert – Ministerium setzt auf KI-Chatbot für Studierende
Philipp NetteBAföG-Reform scheitert – Ministerium setzt auf KI-Chatbot für Studierende
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat Verzögerungen bei der geplanten BAföG-Reform bekannt gegeben. Die für das Wintersemester 2026/27 vorgesehene grundlegende Neugestaltung steht nun aufgrund fehlender Unterstützung aus der Koalition auf unsicherem Grund. Stattdessen konzentriert sich ihr Ministerium darauf, den Zugang zu bestehenden Informationen über finanzielle Hilfen zu verbessern.
Eine zentrale Neuerung wird ein KI-gestützter Chatbot auf dem Portal bafoeg-digital sein, der Studierenden helfen soll, ihre Anspruchsberechtigung einfacher zu prüfen.
Die BAföG-Reform sollte die staatliche Studienförderung modernisieren, doch Bär räumte ein, dass die aktuelle politische Lage eine Umsetzung unwahrscheinlich macht. Angesichts der Priorität von Sparmaßnahmen gab sie zu, dass eine grundlegende Reform des Systems kurzfristig kaum realisierbar sei.
Trotz dieses Rückschlags treibt das Ministerium andere Verbesserungen voran. Ein neuer KI-Chatbot, dessen Start noch in diesem Jahr geplant ist, wird Studierende durch die Prüfung ihrer Anspruchsvoraussetzungen führen. Er wird an den bestehenden BAföG-Rechner angebunden und bietet anonymisierte, unverbindliche Schätzungen zur möglichen Förderung.
Bär äußerte sich auch zu Befristungen im akademischen Bereich. Sie kündigte zügige Reformen des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes an, um klarere Regelungen und Mindestvertragslaufzeiten für Erstanstellungen zu schaffen. Ziel ist es, Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern mehr Stabilität und Planungssicherheit zu bieten.
Zum Thema studentische Nebentätigkeiten relativierte Bär Bedenken. Sie betonte, dass berufspraktische Erfahrungen während des Studiums wertvoll seien – sie vermittelten praktische Fähigkeiten und Einblicke in mögliche Karrierewege. Zudem hob sie die Stärken des deutschen Bildungssystems hervor, das mit gebührenfreien Hochschulen und staatlich finanziertem Zugang zu höherer Bildung überzeuge.
Während die BAföG-Reform weiter auf Eis liegt, setzt das Ministerium auf digitale Lösungen, um den Zugang zu Fördermitteln zu erleichtern. Der KI-Chatbot soll Studierenden eine schnellere Möglichkeit bieten, ihre Ansprüche zu prüfen. Gleichzeitig zielen Änderungen im Wissenschaftszeitvertragsgesetz darauf ab, die Jobperspektiven für Forscherinnen und Forscher in den kommenden Monaten zu verbessern.






