Baden-Württemberg will Spritpreise nach österreichischem Vorbild deckeln – doch funktioniert das?
Adriane BoucseinBaden-Württemberg will Spritpreise nach österreichischem Vorbild deckeln – doch funktioniert das?
Baden-Württemberg plant die Einführung eines Systems zur Begrenzung der Spritpreise nach österreichischem Vorbild. Das Vorhaben zielt darauf ab, die Häufigkeit von Preiserhöhungen an Tankstellen einzudämmen. Falls genehmigt, würden die neuen Regeln tägliche Preisanpassungen auf nur eine Erhöhung pro Tag beschränken – ähnlich dem in Österreich inzwischen abgeschafften Modell.
Österreich hatte seine Preisobergrenze für Kraftstoffe im September 2022 eingeführt. Das System erlaubte Tankstellen, die Preise nur einmal täglich, und zwar mittags um 12 Uhr, anzuheben, während Senkungen jederzeit möglich blieben. Anfangs sanken die Spritkosten dadurch um etwa 20 Cent pro Liter. Doch die Maßnahme wurde im Januar 2024 wieder aufgehoben, nachdem Behörden feststellten, dass sie kaum spürbare Auswirkungen auf die Preise oder den grenzüberschreitenden Wettbewerb mit Deutschland hatte.
Das österreichische Modell konnte die Preisunterschiede zwischen beiden Ländern nicht ausgleichen. Stattdessen blieben Steuern und Marktkräfte die entscheidenden Kostentreiber – nicht die Deckelung selbst. Nun will Baden-Württemberg einen ähnlichen Ansatz in Deutschland verfolgen und tägliche Preiserhöhungen auf eine einzige Anpassung begrenzen.
Das geplante System würde deutschen Tankstellen erlauben, die Preise nur einmal pro Tag nach oben zu korrigieren. Senkungen wären hingegen weiterhin jederzeit möglich – genau wie in Österreich. Ob der Schritt die Spritkosten stabilisieren oder auf dieselben Herausforderungen stoßen wird, bleibt abzuwarten.






