Automotive Cluster fordert Reformen für bedrohte Zulieferer in Baden-Württemberg
Philipp NetteAutomotive Cluster fordert Reformen für bedrohte Zulieferer in Baden-Württemberg
Der Automotive Cluster der wvib Schwarzwald AG hat ein neues Positionspapier veröffentlicht, in dem dringende Reformen gefordert werden, um die Automobilindustrie in der Region zu schützen. Das von 53 Unterzeichnern unterstützte Dokument verweist auf wachsende Herausforderungen für mittelständische Zulieferer, darunter instabile Produktionspläne und rückläufige Investitionen in neue Technologien. Branchenvertreter warnen, dass ohne Gegenmaßnahmen Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Stabilität in Baden-Württemberg gefährdet sein könnten.
Die mittelständischen Automobilzulieferer in der Region stehen unter zunehmendem Druck. Sinkende Auftragsvolumina, unberechenbare Produktionsplanungen und schwache Investitionen in die E-Mobilität machen eine langfristige Planung nahezu unmöglich. Viele Unternehmen tun sich schwer damit, Ausgaben für Technologie, Personal und Infrastruktur zu rechtfertigen.
Das vom Beirat des Automotive Clusters erarbeitete Positionspapier fordert fairere Partnerschaften zwischen Herstellern und Zulieferern. Hanna Böhme, Geschäftsführerin der wvib Schwarzwald AG, betonte die Notwendigkeit verlässlicher Rahmenbedingungen, darunter wettbewerbsfähige Energiepreise und beschleunigte Genehmigungsverfahren. Der Cluster drängt die Automobilhersteller zudem, klare Transformationsfahrpläne vorzulegen, um Zulieferer beim Übergang zu neuen Technologien zu unterstützen.
Um die Position der Region als Technologiestandort zu stärken, plädiert das Papier für eine systematische Fachkräfterekrutierung und eine stärkere Forschungspolitik. Die Zulieferer befürworten zudem eine CO₂-Bepreisung als marktwirtschaftliches Instrument zur Förderung von Innovation. Diese Maßnahmen sind Teil der übergreifenden Kampagne der wvib Schwarzwald AG unter dem Motto "Deutschland kann mehr", die Reformen anstrebt, um die globale Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern.
Die Vorschläge des Automotive Clusters zielen darauf ab, die Branche durch eine bessere Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette und verbesserte wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu stabilisieren. Ohne diese Veränderungen könnten Zulieferer weiter mit finanzieller Instabilität kämpfen – mit Risiken für Arbeitsplätze und den regionalen Wohlstand. Die Kampagne richtet sich nun an Politiker und Hersteller, um die Empfehlungen umzusetzen.