30 March 2026, 16:35

Anna Netrebkos umjubelte und umstrittene Rückkehr an die Berliner Staatsoper

Offenes Buch mit dem Titel 'Die Lieblingslieder in der Oper' mit Noten und Text.

Anna Netrebkos umjubelte und umstrittene Rückkehr an die Berliner Staatsoper

An der Berliner Staatsoper feierte eine mutige Neuinszenierung von Un ballo in maschera mit Anna Netrebko in der Hauptrolle Premiere. Die Erstaufführung erntete sowohl begeisterten Applaus als auch vereinzelte Buhrufe – ein Spiegel der anhaltenden Kontroversen um die russisch-österreichische Sängerin. Vor dem Opernhaus demonstrierten Protestierende mit ukrainischen Fahnen und skandierten Parolen gegen ihren Auftritt.

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Die unter der Leitung von Enrique Mazzola stehende Produktion dauerte fast drei Stunden. Netrebko betrat als Amelia die Bühne und erhielt von großen Teilen des Publikums begeisterten Beifall, während andere Zuschauer sie mit Buhrufen bedachten – ein Zeichen für die nach wie vor bestehenden Spannungen wegen ihrer früheren Nähe zu Russlands Präsident Wladimir Putin.

Vor der Vorstellung versammelten sich etwa 50 Demonstranten vor dem Gebäude und riefen Sprüche wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" oder "Russland ist ein Terrorstaat". Die Kundgebung verdeutlichte die gespaltene öffentliche Meinung, obwohl Netrebko seit Anfang 2022 nicht mehr in Russland aufgetreten ist.

Regisseur Rafael R. Villalobos brachte eine frische Deutung von Verdis Oper auf die Bühne, die Elemente der queeren Ballroom-Kultur und der AIDS-Krise einwebte. Unterdessen verteidigte Intendantin Elisabeth Sobotka Netrebkos Rückkehr mit dem Hinweis, sie habe sich öffentlich von Russland distanziert und sei seit dem Überfall auf die Ukraine nicht mehr dorthin zurückgekehrt.

Die Sängerin, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, ist in Berlin weiterhin präsent – etwa beim Classic Open Air. Doch ihre früheren Auftritte in Russland und ihre als ambivalent wahrgenommene politische Haltung sorgen weiterhin für Diskussionen.

Die Premiere markierte einen weiteren Schritt in Netrebkos schrittweiser Rückkehr auf westliche Bühnen nach den Absagen von 2022. Zwar wurde ihre gesangliche Leistung gelobt, doch Fragen zu ihrer politischen Position bleiben. Die gespaltene Reaktion zeigt: Für manche Zuschauer ist ihre Rehabilitierung noch nicht abgeschlossen.

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