Aktivisten stellen Fleischkongress in Mainz mit Gegenveranstaltung bloß
Philipp NetteAktivisten stellen Fleischkongress in Mainz mit Gegenveranstaltung bloß
Gegenkongress von Animal Rebellion in Mainz stellt Deutsche Bahn heraus
Am Montag findet in Mainz ein von Animal Rebellion organisierter Gegenkongress statt, der die Deutsche Bahn in Frage stellt. Die Veranstaltung zielt darauf ab, Ausbeutung, Umweltzerstörung und ethische Bedenken im Zusammenhang mit der industriellen Fleischproduktion aufzuzeigen. Parallel dazu beginnt am folgenden Tag im selben Ort der 20. Deutsche Fleischkongress – mit Fokus auf Profit und Greenwashing.
Hinter dem Gegenkongress steht ein Bündnis aus Tierrechtsorganisationen wie PETA und dem Deutschen Tierschutzbund sowie veganen und aktivistischen Netzwerken. Diese Gruppen protestieren seit Anfang der 2020er-Jahre gegen Branchenveranstaltungen wie die Treffen der Vion Food Group in Berlin und Frankfurt. Seit 2022 organisieren sie jährlich Demonstrationen, um die Abschaffung der Massentierhaltung, des Leidens der Tiere und der Klimaschäden durch die Fleischindustrie zu fordern.
Themen des diesjährigen Gegenkongresses sind unter anderem Speziesismus, Tierethik, Nachhaltigkeit und die Rolle des Kapitalismus in der industriellen Landwirtschaft. Während Animal Rebellion einen vollständigen Ausstieg aus der Tierhaltung anstrebt, vertreten andere Bündnispartner unterschiedliche Ansichten darüber, wie Veränderung erreicht werden kann. Geplant sind zudem Proteste in ganz Mainz, darunter eine Die-in-Aktion und kreative Aktionen von Greenpeace. Kritiker:innen werfen der Fleischindustrie vor, die globale Ernährungssicherheit – insbesondere im Globalen Süden – durch die Zerstörung von Ökosystemen und die Verschärfung sozialer Ungleichheit zu gefährden.
Zu den Organisator:innen gehört auch der 27-jährige Student und Animal Rebellion-Aktivist Felix Ziegler. Die Stadt Mainz steht in der Kritik, den Deutschen Fleischkongress auszurichten. Eine Petition mit fast 30.000 Unterschriften fordert dessen Absage. Trotz des Widerstands haben die Verantwortlichen die Branchenveranstaltung genehmigt. Die Aktivist:innen bleiben jedoch entschlossen, durch öffentlichen Druck und spektakuläre Proteste die Narrative der Fleischlobby zu stören.
Der Gegenkongress und die Proteste finden zeitgleich mit dem Deutschen Fleischkongress statt und spiegeln die wachsende Spannung zwischen Industrieinteressen und aktivistischen Forderungen wider. Angesichts der Rufe nach systemischem Wandel und einer Hinwendung zu pflanzlichen Alternativen zeigen die Ereignisse in Mainz die größeren Debatten über die Zukunft der Nahrungsmittelproduktion auf. Die Veranstalter:innen erwarten, dass die Demonstrationen die ethischen und ökologischen Kosten der industriellen Tierhaltung weiter in den Fokus rücken.