11 April 2026, 08:29

AfD zerrissen: Machtkampf um US-Truppen, NATO und Höckes prorussische Linie

Ein Plakat einer Sowjetunion-Karte mit roter und blauer Farbgebung, gefüllt mit Text und Bildern über einen Konflikt zwischen zwei Ländern.

AfD zerrissen: Machtkampf um US-Truppen, NATO und Höckes prorussische Linie

Tiefgreifende interne Spaltungen erschüttern die AfD

Die rechtspopulistische AfD steht vor schweren inneren Konflikten über ihre Außenpolitik und ideologische Ausrichtung. Eine Auseinandersetzung um die Präsenz US-amerikanischer Truppen in Deutschland hat die Gräben innerhalb der Partei offenbart – einige Mitglieder widersetzen sich offen den Vorgaben der Parteiführung. Gleichzeitig belasten Debatten über die Wehrpflicht, Migrationspolitik und Bündnisfragen die Beziehungen in der AfD zusätzlich.

Auslöser der Krise war die Forderung des AfD-Co-Vorsitzenden Tino Chrupalla nach einem Abzug der US-Truppen aus Deutschland. Diese Position löste Widerspruch aus, unter anderem von Maximilian Krah, AfD-Bundestagsabgeordneter, der den Vorschlag öffentlich ablehnte. Krah rief die Partei zudem auf, sich von Martin Sellners umstrittenem Remigrations-Plan zu distanzieren, den das Bundesverwaltungsgericht als verfassungswidrig und die Menschenwürde verletzend eingestuft hatte. Der Plan könnte sich auch gegen deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund richten.

Rüdiger Lucassen, verteidigungspolitischer Sprecher der AfD, wirft der prorussischen Fraktion um Björn Höcke vor, ihn aus der Partei drängen zu wollen. Lucassen steht klar auf Seiten der westlichen Bündnisse und sieht in Russland die größte Bedrohung für die NATO. Höcke hingegen hatte zuvor erklärt, Deutschland in seiner heutigen Form sei nicht verteidigenswert – besonders in Diskussionen über die Wiedereinführung der Wehrpflicht.

Weitere Spannungen entstanden, als der Verteidigungsexperte Hannes Gnauck während des Iran-Konflikts eine prämierte Pressemitteilung verfasste. Die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Chrupalla blockierten deren Veröffentlichung. Krah warnte unterdessen, die extremen Positionen der AfD in Innen- und Außenpolitik hätten die politische Isolation der Partei durch andere Parteien noch verstärkt.

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Sollten die internen Konflikte anhalten, droht der AfD eine Spaltung. Chrupallas Forderung nach einem Abzug der US-Truppen bleibt ein zentraler Zankapfel, während Lucassens pro-NATO-Haltung mit Höckes prorussischer Linie kollidiert. Die Zukunft der Partei könnte davon abhängen, ob es gelingt, diese Konflikte zu lösen – oder ob sie sich weiter an ideologischen und strategischen Gegensätzen zersplittert.

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