08 June 2026, 02:19

AfD Baden-Württemberg: Machtkämpfe und Vorwürfe erschüttern den Landesverband

Bericht: Interne Briefe belasten AfD-Spitze in Baden-Württemberg

AfD Baden-Württemberg: Machtkämpfe und Vorwürfe erschüttern den Landesverband

In der baden-württembergischen Landesverbands der AfD haben sich die Spannungen weiter zugespitzt, nachdem zwei interne Beschwerdebriefe tiefe Gräben offenbarten. Die Schreiben, über die Der Spiegel berichtete, richteten sich gegen die Parteiführung und warfen ihr Machtmissbrauch, intransparente Finanzpraktiken und autoritäre Methoden vor. Einer der Briefe stammte von Rüdiger Klos, einem langjährigen Abgeordneten und Mitgründer des Landesverbands, der der Führung vorwarf, Kritiker durch Ausschlussverfahren zum Schweigen zu bringen.

Der erste Brief wurde von Rüdiger Klos verfasst, der seit einem Jahrzehnt für die AfD im Landtag sitzt. Er verglich die jüngsten Ausschlussverfahren mit „Säuberungen, wie sie an Totalitarismus erinnern“, und „innerparteilichen Taktiken im Stil Goebbels’“. Klos hatte bereits in früheren Schreiben an die Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla ähnliche Vorwürfe gegen den Landesvorsitzenden Markus Frohnmaier erhoben.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Ein zweiter Brief, unterzeichnet von langjährigen Mitgliedern zweier Kreisverbände, griff diese Kritik auf. Darin wurde eine „Machtkonzentration“, Vetternwirtschaft sowie mangelnde Transparenz bei Finanzentscheidungen und Personalernennungen angeprangert. Die Unterzeichner warfen der Partei vor, sich „von einer basisdemokratischen Bewegung zu einer autokratischen Funktionärspartei“ gewandelt zu haben, geprägt von „Machtcliquen“ und einer „Kultur der rücksichtslosen Selbstbereicherung“. Beide Schreiben forderten eine unabhängige Prüfung der Landesfinanzen, einschließlich des umstrittenen Ludwigsburger Erbes.

Trotz der massiven Kritik sicherte sich Frohnmaier auf einem jüngsten Parteitag mit über 91 Prozent der Stimmen die Wiederwahl als Landesvorsitzender – das beste Ergebnis, das je ein AfD-Landeschef in Baden-Württemberg erzielt hat. Klos warnte jedoch, dass es „Chaos für Deutschland“ geben werde, sollten unqualifizierte Funktionäre in Regierungsverantwortung gelangen.

Die Briefe verschärfen die ohnehin bestehenden Konflikte innerhalb der AfD-Führung in Baden-Württemberg. Zwar deutet Frohnmaiers deutlicher Wahlsieg auf starke interne Unterstützung hin, doch die Vorwürfe zeigen, dass die Auseinandersetzungen um Transparenz und Parteiführung noch lange nicht beigelegt sind. Die Forderungen nach einer Finanzprüfung und die scharfe Kritik von langjährigen Mitgliedern lassen erkennen, dass der Streit alles andere als beendet ist.

Quelle