Zwei Energieversorger bauen Ladeinfrastruktur für Elektroautos massiv aus
Adriane BoucseinZwei Energieversorger bauen Ladeinfrastruktur für Elektroautos massiv aus
Zwei deutsche Energieversorger treiben den Ausbau von Ladeinfrastruktur für Elektroautos voran
In Tübingen hat die Stadtwerke Tübingen GmbH mit Ecowerk e-charge eine neue Tochtergesellschaft gegründet, die den Aufbau und Betrieb öffentlicher Ladestationen übernehmen soll. Parallel dazu betreibt in Zweibrücken ein neu gegründetes Unternehmen bereits über 300 Ladepunkte in der gesamten Region.
Beide Initiativen zielen darauf ab, Lücken in der Infrastruktur zu schließen und die Wende zur Elektromobilität zu beschleunigen. Dennoch bleiben Herausforderungen – von Verbraucherbedenken hinsichtlich der Kosten bis hin zu regulatorischen Hürden für Netzbetreiber.
Die Stadtwerke Tübingen haben Ecowerk e-charge ins Leben gerufen, um sich ausschließlich auf Ladelösungen für Elektrofahrzeuge zu konzentrieren. Die Tochtergesellschaft wird ein dichtes Netz öffentlicher Ladestationen im Tübinger Stadtzentrum, in den Konzessionsgebieten des Versorgers sowie in umliegenden Gemeinden aufbauen. Geplant sind zudem maßgeschneiderte Ladedienste für Unternehmen, Wohnanlagen und Drittanbieter, die Abrechnungsunterstützung benötigen.
Ortwin Wiebecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen, betonte die Vorteile, den gesamten Prozess – von der Installation bis zum Betrieb – in einer Hand zu bündeln. Zudem wies er darauf hin, dass Elektroautos in der Anschaffung mittlerweile oft ähnlich viel oder sogar weniger kosten als Benzin- oder Dieselmodelle, wenn man Kraftstoff-, Wartungs- und Steuervorteile über die Laufzeit einrechnet.
Hintergrund des Schritts sind gesetzliche Einschränkungen durch das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), das Netzbetreibern verbietet, öffentliche Ladestationen zu besitzen oder zu betreiben. Die Stadtwerke Tübingen reagierten darauf mit der Gründung eigenständiger Gesellschaften wie Ecowerk, um diese Vorgaben einzuhalten und gleichzeitig die Expansion voranzutreiben.
In Zweibrücken nahm die neu gegründete Ladestationen Südwest GmbH & Co. KG (LSG) im Januar 2025 ihren Betrieb auf. Die Stadtwerke Zweibrücken halten eine Minderheitsbeteiligung an dem Unternehmen, das mittlerweile über 300 Ladepunkte in der Pfalz verwaltet. Sophie-Charlotte Knecht, geschäftsführende Gesellschafterin der LSG, verwies auf anhaltende Hindernisse bei der Verbreitung von Elektroautos – darunter Bedenken hinsichtlich der Reichweite, hoher Anschaffungspreise und einer ungleichmäßigen Abdeckung mit Ladestationen in ländlichen und städtischen Gebieten.
Trotz der Fortschritte stehen beide Projekte vor der Aufgabe, skeptische Autofahrer zu überzeugen und gleichzeitig strenge regulatorische Vorgaben einzuhalten. Im Mittelpunkt bleibt die Zielsetzung, das Laden einfacher zugänglich zu machen – und zu beweisen, dass Elektromobilität sowohl praktikabel als auch bezahlbar sein kann.
Die beiden Tochtergesellschaften sind bereits aktiv: Ecowerk e-charge plant weitere Ausbaustufen in Tübingen, während die LSG ihr Netz im Südwesten ausdehnt. Die Bemühungen fallen in eine Phase, in der der deutsche Rechtsrahmen weiterhin bestimmt, wie Energieunternehmen den Übergang zur Elektromobilität unterstützen können. Für Autofahrer bedeutet dies zwar mehr Lademöglichkeiten – doch bleiben auch weiterhin Fragen zu Kosten, Komfort und langfristiger Zuverlässigkeit offen.






