08 May 2026, 08:24

Zoll deckt flächendeckende Ausbeutung und illegale Beschäftigung bei Paketdiensten auf

Plakat mit der Aufschrift "Operation Double Trouble: US-Geldkurier" mit einer Karte der USA, die in zwei Abschnitte unterteilt ist, einer für die Kurierrouten und einer für die Kurierstandorte, mit fetter schwarzer Schrift in einem weißen Rand.

Zoll deckt flächendeckende Ausbeutung und illegale Beschäftigung bei Paketdiensten auf

Großangelegte Ermittlungen decken flächendeckende illegale Beschäftigungspraktiken im deutschen Paketzustellsektor auf

Zollbeamte haben bei einer bundesweiten Untersuchung undeclarierte Arbeit, ausstehende Löhne und Ausbeutung unter Fahrern aufgedeckt, die für Subunternehmer tätig sind. Die Ergebnisse zeigen tief verwurzelte Probleme in einer Branche, die mit Arbeitskräftemangel und rasantem Wachstum kämpft.

Über 2.900 Zollbeamte führten in ganz Deutschland Kontrollen durch, wobei sie sich auf Unternehmen wie Amazon, DPD, Hermes und GLS konzentrierten. Diese Konzerne sind in hohem Maße auf Subunternehmer für die Zustellung angewiesen – ein System, das immer wieder zu Rechtsverstößen führt.

In Köln wurde ein 39-jähriger Türke ohne gültige Arbeitserlaubnis für einen Subunternehmer beschäftigt. In einem anderen Fall konnte ein ukrainischer Fahrer seinen Arbeitgeber nicht benennen, während ein Unternehmensvertreter einräumte, ihn ohne ordnungsgemäße Papiere eingestellt zu haben. Viele Fahrer waren sich ihres eigenen Beschäftigungsstatus nicht bewusst, erhielten oft keine Bezahlung für Überstunden und Ladezeiten und mussten ihre Lieferfahrzeuge teilweise zu hohen Kosten von ihren Arbeitgebern mieten – was ihre ohnehin geringen Einkünfte weiter schmälert.

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Der Sektor ist aufgrund des Booms im Online-Handel schnell gewachsen, doch der Arbeitskräftemangel zwingt die Unternehmen, sich auf Subunternehmer zu stützen. Trotz jahrelanger Zollermittlungen gestaltet sich die Durchsetzung der Gesetze schwierig, da die Fahrer ständig unterwegs sind. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat strengere Maßnahmen gegen illegale Beschäftigung und Ausbeutung in der Branche angekündigt.

Die Gewerkschaft Verdi fordert nun ein vollständiges Verbot von Subunternehmern in der Paketzustellung. Sie argumentiert, dass das aktuelle System Löhne unter den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde drückt und die Beschäftigten schutzlos zurücklässt.

Die Ermittlungen offenbaren systemische Missstände im deutschen Paketzustellnetz. Angesichts tausender Kontrollen und anhaltender Verstöße steht die Behörden vor einer enormen Herausforderung, die Arbeitsgesetze durchzusetzen. Die Forderung der Gewerkschaft nach einem Subunternehmer-Verbot unterstreicht den wachsenden Druck für eine branchenweite Reform.

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