ZF Friedrichshafen kürzt 14.000 Jobs und kämpft um finanzielle Freiheit bis 2027
Philipp NetteDies ist das wichtigste Ziel des neuen ZF-Chefs - ZF Friedrichshafen kürzt 14.000 Jobs und kämpft um finanzielle Freiheit bis 2027
Das ist das wichtigste Ziel des neuen ZF-Chefs
Das ist das wichtigste Ziel des neuen ZF-Chefs
Das ist das wichtigste Ziel des neuen ZF-Chefs
- Dezember 2025, 13:20 Uhr
Der am Bodensee ansässige Automobilzulieferer ZF treibt unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Mathias Miedreich drastische Kostensenkungen voran. Bis 2027 sollen mehr als 500 Millionen Euro eingespart und allein in Deutschland bis zu 14.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Diese Maßnahmen sind eine Reaktion auf schwache Fahrzeugproduktion, rückläufige Aufträge und den zögerlichen Umstieg auf Elektromobilität.
Im Mittelpunkt der Umstrukturierung steht die Antriebsstrang-Sparte, die zum Kern von ZF gehört. Angesichts einer Schuldenlast von fast 10,6 Milliarden Euro hat Miedreichs oberstes Ziel, die Kosten zu senken und möglichst schnell wieder finanzielle Handlungsspielräume zu gewinnen.
Die finanziellen Probleme von ZF haben sich durch eine Kombination aus Branchenherausforderungen und früheren Fehlentscheidungen verschärft. Nachfrageschwäche bei den Automobilherstellern, eine zögerliche Elektroauto-Nachfrage und Millionenverluste setzen das Unternehmen unter Druck. Ein Hauptgrund für die hohe Verschuldung – aktuell 10,6 Milliarden Euro – war eine aggressive Übernahmepolitik, die ZF zwar ausbaute, aber die Finanzen stark belastete.
Um die Last zu verringern, prüft ZF den Verkauf von Geschäftseinheiten, darunter ZF Lifetec, eine Sparte für Luftkissen und Sicherheitsgurte. Der potenzielle Käufer Adra soll bereits in Verhandlungen stehen. Gleichzeitig zeigen andere Unternehmensbereiche erste Erholungszeichen: Die Division E, die im vergangenen Jahr noch hunderte Millionen Verlust machte, hat sich bis zur Jahresmitte stabilisiert und wird 2024 voraussichtlich mit Gewinn abschließen.
Die Sparmaßnahmen laufen bereits: Tausende Stellen wurden gestrichen, viele Mitarbeiter arbeiten in Kurzarbeit. Bis Ende 2028 könnten in Deutschland bis zu 14.000 Arbeitsplätze wegfallen, während ZF seine Strukturen neu ausrichtet. Die hohe Verschuldung schränkt die Investitionsfähigkeit ein und zwingt die Führung zu schnellem Handeln.
Ziel der Umstrukturierung ist es, die Finanzen bis 2027 zu stabilisieren – durch Stellenabbau, Verkauf von Unternehmensteilen und Kostensenkungen. Sollte der Verkauf von ZF Lifetec gelingen, würde dies die Schuldenlast verringern und finanzielle Spielräume zurückgewinnen. Bis dahin bleibt das Unternehmen auf Sparkurs, während es sich in einem schwierigen Automobilmarkt behaupten muss.