Welche Regionaltramlinie sollte durch das Herz von Reutlingen verlaufen?
Adriane BoucseinWelche Regionaltramlinie sollte durch das Herz von Reutlingen verlaufen?
Welche Regional-Stadtbahnlinie soll durch das Herz von Reutlingen führen?
Ankündigung: Am Dienstag fragt die GEA die Bürger: Welche Regional-Stadtbahnlinie durch die Innenstadt bevorzugen Sie? Und wie stehen Sie zu den ...
Veröffentlichungsdatum: 22. November 2025, 11:22 Uhr
Reutlingen kommt der endgültigen Festlegung der Strecke für seine Neckar-Alb-Stadtbahn ein großes Stück näher. Eine standardisierte Bewertung hat die Gartenstraße als favorisierte Variante für den innerstädtischen Abschnitt ermittelt. Der Gemeinderat wird im Dezember entscheiden – nach einer Bürgerbeteiligung noch in diesem Monat.
Das Projekt verspricht tiefgreifende Veränderungen für die Stadtentwicklung, wobei die Gartenstraße voraussichtlich die geringsten Eingriffe in die bestehende Bebauung erfordert. Dennoch bleiben politische Gräben bei der Finanzierung und Alternativrouten wie der Lederstraße oder der Honauer Eisenbahn bestehen.
Der Entwurf der Vorlage skizziert eine klare Trassenführung für die Anbindung nach Gomaringen: Vorgesehen ist die Nutzung der alten Bahntrasse zwischen Bösmansäcker und Markwiesenstraße, gefolgt von einem Verlauf entlang der Landesstraße bis zum Ortsrand von Ohmenhausen. Zwischen Ohmenhausen Ost und West soll die Strecke eingleisig auf Bodenniveau entlang der ehemaligen Bahntrasse führen.
Die Gartenstraße findet Unterstützung bei den Grünen, der Linken und der FDP, während die SPD sowohl der Garten- als auch der Lederstraße offen gegenübersteht. Die FVW tendiert eher zur Lederstraße, die CDU hat sich noch nicht klar positioniert und fordert stattdessen einen transparenten Finanzierungsplan. Die AfD lehnt das gesamte Vorhaben ab und verweist auf ungelöste Finanzierungsfragen. Die Stadtverwaltung steht wegen der Kostenhandhabung in der Kritik: Vorwürfe mangelnder Transparenz werfen Fragen zur langfristigen Planung auf.
Große Teile des Straßennetzes werden umgestaltet, was Chancen für bessere Fuß- und Radwege bietet – aber auch mögliche Konflikte mit Autofahrern auslösen könnte. Vor der endgültigen Abstimmung im Gemeinderat im Dezember wird die GEA die öffentliche Meinung zur innerstädtischen Strecke einholen. Eine Bürgerveranstaltung ist für den 25. November auf dem Reutlinger Marktplatz geplant, bei der Anwohner ihre Präferenzen äußern können.
Die Stadtbahn wird das Verkehrsnetz Reutlingens grundlegend verändern, wobei die Gartenstraße derzeit als bevorzugte Option gilt. Die Dezember-Entscheidung des Gemeinderats wird die finale Route festlegen – zwischen städtebaulichen Erfordernissen, politischen Interessen und Bürgeranliegen. Finanzielle Transparenz und die Rückmeldungen der Bevölkerung werden dabei eine zentrale Rolle spielen.