Warnstreikwelle im Südwesten: ver.di erhöht Druck vor Tarifverhandlungen 2026
Bernhardine RörrichtWarnstreikwelle im Südwesten: ver.di erhöht Druck vor Tarifverhandlungen 2026
Beschäftigte im öffentlichen Dienst Baden-Württembergs bereiten sich auf neue Warnstreikwelle vor
In dieser Woche stehen im Südwesten Deutschlands erneut Warnstreiks im öffentlichen Sektor bevor. Die Arbeitsniederlegungen folgen auf gescheiterte Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft ver.di und den Landesarbeitgebern. Betroffen sein werden mehrere Städte – in Tübingen werden am Mittwoch Universitäten und Studierendenwerke lahmgelegt.
Die Streiks sind Teil der laufenden Tarifauseinandersetzungen für die Landesbeschäftigten. Bereits in Stuttgart und Karlsruhe hatte ver.di zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen; weitere Proteste sind für Dienstag in Esslingen sowie für Mittwoch in Tübingen, Karlsruhe und Mannheim geplant. In Tübingen beginnt um 10 Uhr eine Kundgebung auf dem Geschwister-Scholl-Platz direkt vor der Universität.
Die Gewerkschaft fordert eine monatliche Lohnerhöhung von sieben Prozent für alle Beschäftigten, zusätzlich 200 Euro mehr im Monat für Berufsanfänger sowie eine Erhöhung der Schichtzulagen um 20 Prozentpunkte. Zudem soll Auszubildenden nach Abschluss ihrer Programme eine unbefristete Übernahme garantiert werden. Jonas Weber, Bezirksgeschäftsführer von ver.di für die Region Fils-Neckar-Alb, rief die Arbeitgeber auf, im nächsten Verhandlungsdurchgang ein faires Angebot vorzulegen. Hanna Binder, stellvertretende Landesvorsitzende von ver.di, betonte die unverzichtbare Arbeit der öffentlichen Beschäftigten. Die Gewerkschaft rechnet mit der Beteiligung mehrerer hundert Mitarbeiter an den Streiks, um vor der zweiten Verhandlungsrunde Druck auf die Arbeitgeber auszuüben. Diese Gespräche finden vom 15. bis 16. Januar 2026 in Potsdam statt und werden von ver.di-Chefverhandler Frank Werneke sowie der stellvertretenden Vorsitzenden Christine Behle geführt.
Von den Warnstreiks betroffen sind zentrale Einrichtungen wie die Universität Tübingen und das dortige Studierendenwerk. Mit den sich ausweitenden Protesten in der Region bleiben die Forderungen der Gewerkschaft der zentrale Streitpunkt. Die nächsten offiziellen Verhandlungen sind für Anfang nächsten Jahres in Potsdam angesetzt.