23 March 2026, 04:27

Waffenstillstand im Nahen Osten: Warum dieser Frieden so fragil bleibt

Titelblatt eines aufgeschlagenen Buches mit dem Titel "Ausländische Mächte, Parteien der Konventionen zwischen Großbritannien und Frankreich, betreffend den Sklavenhandel", das wahrscheinlich Korrespondenz zwischen den beteiligten Parteien enthält.

Waffenstillstand im Nahen Osten: Warum dieser Frieden so fragil bleibt

Wackeliger Waffenstillstand im Nahen Osten – doch wie lange hält er?

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Aktuell hält im Nahen Osten ein brüchiger Waffenstillstand, doch seine Beständigkeit bleibt ungewiss. Trotz anhaltender Spannungen haben der Iran, Israel und die USA jeweils den Sieg in diesem Konflikt für sich reklamiert. Gleichzeitig belasten Streitigkeiten über Nuklearwaffen und Vergeltungsschläge weiterhin die Beziehungen zwischen den Parteien.

In den vergangenen Monaten häufen sich Verstöße gegen das Völkerrecht. Der Iran führte Raketenangriffe auf Israel durch, woraufhin Israel mit Gegenangriffen reagierte. Auch die USA führten Luftschläge gegen iranische Nuklearanlagen durch. Diese Handlungen widersprechen grundlegenden völkerrechtlichen Prinzipien, darunter dem vor 80 Jahren festgeschriebenen Verbot von Eroberungskriegen.

Die Vereinten Nationen (UN) sind zwar weiterhin in Friedenssicherung und humanitärer Arbeit aktiv, sehen sich aber wachsenden Herausforderungen bei der Durchsetzung ihrer Resolutionen gegenüber. In den letzten zwei Jahrzehnten hat ihr Einfluss im Vergleich zu früheren Einsätzen – etwa auf dem Balkan oder während der Golfkriege – nachgelassen. In Konflikten wie in Gaza und im Libanon (2023–2026) wurden UN-Pläne zur Abrüstung und Entsendung von Stabilisierungskräften von Gruppen wie der Hamas abgelehnt. Kritiker hinterfragen zudem den Kurs der UN, insbesondere die Erwägung, dem Iran trotz der anhaltenden Feindseligkeiten Führungsrollen zu übertragen.

2024 verabschiedete die UN-Generalversammlung 17 Resolutionen zur Verurteilung Israels – aber nur sechs gegen alle anderen Mitgliedstaaten zusammen. Doch diese Beschlüsse blieben weitgehend ohne konkrete Folgen. Viele betrachten das Völkerrecht mittlerweile als Instrument der Mächtigen statt als universelle Norm. Der Gegensatz zwischen früheren Erfolgen – wie der deutschen Wiedervereinigung oder der Gründung der Europäischen Union – und den heutigen Schwierigkeiten unterstreicht, wie schwer es ist, Frieden allein durch rechtliche Rahmenwerke zu sichern.

Der Weg zu einem dauerhaften Frieden hängt von mehr ab als von juristischen Resolutionen oder militärischer Stärke. Zwar setzt die UN ihre humanitäre Arbeit und Friedensmissionen fort, doch um das Vertrauen in das Völkerrecht wiederherzustellen, bedarf es eines echten Engagements der Staaten und ihrer Führungskräfte. Ohne eine breitere Zusammenarbeit droht der Kreislauf aus Konflikt und Vergeltung weiterzugehen.

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