Traditionsfirma Wildermuth Bau schließt nach 119 Jahren – 100 Jobs in Gefahr
Mahmut UllmannTraditionsfirma Wildermuth Bau schließt nach 119 Jahren – 100 Jobs in Gefahr
Traditionsunternehmen Wildermuth Bau nach 119 Jahren geschlossen – 100 Mitarbeiter betroffen
Die seit langem in Bietigheim-Bissingen ansässige Baufirma Wildermuth Bau hat nach 119 Jahren ihre Tore geschlossen. Die Schließung kostet rund 100 Beschäftigte ihre Arbeitsplätze, viele von ihnen klagen nun gegen ihre Entlassungen. Als Grund für die Entscheidung gab das Unternehmen wirtschaftliche Schwierigkeiten in der Branche an.
Die Eigentümer verkündeten die Schließung nach monatelangen finanziellen Belastungen. Sie betonten, dass der Schritt nicht leichtfertig getroffen worden sei, und versprachen Unterstützung bei der Stellensuche für die Mitarbeiter. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) kritisierte die Entscheidung jedoch scharf und argumentierte, dass Wildermuth Bau in spezialisierten Baubereichen gut positioniert gewesen sei.
Vermittlungsgespräche im Sommer brachten keine Einigung zwischen Belegschaft und Geschäftsführung. Die Gewerkschaft wies zudem darauf hin, dass es im Unternehmen keinen Betriebsrat gab – die Beschäftigten hatten daher kaum Mitspracherecht bei der Entscheidung. Ein 50-jähriger Mitarbeiter äußerte Sorgen über die begrenzten Jobchancen in der Branche.
Bis Anfang 2026 hatten 68 der etwa 100 betroffenen Beschäftigten Klagen gegen ihre Kündigungen eingereicht. Mittlerweile wehrt sich etwa ein Drittel der Belegschaft gerichtlich gegen die Entlassungen. Das Arbeitsgericht wird im Januar mit den Verhandlungen in mindestens 30 Fällen beginnen; die Prozesse sollen bis März laufen.
Das Ende von Wildermuth Bau markiert das Aus eines Unternehmens mit über hundertjähriger Geschichte. Mit Dutzenden anhängigen Klagen wird der Ausgang der Verfahren über die Zukunft vieler ehemaliger Mitarbeiter entscheiden. Die Situation wirft zudem Fragen zur Mitbestimmung der Arbeitnehmer bei künftigen Branchenentscheidungen auf.






