15 March 2026, 20:37

Supreme Court stoppt Klage gegen Daimler: Ein historisches Urteil zu globaler Gerichtsbarkeit

Ein aufgeschlagenes Buch mit rotem Rand auf einem weißen Hintergrund, das den Text 'Gemeinsamer Beschluss des Zweiten Kongresses der Vereinigten Staaten von Amerika' zeigt.

Supreme Court stoppt Klage gegen Daimler: Ein historisches Urteil zu globaler Gerichtsbarkeit

Ein richtungsweisendes Urteil des US-amerikanischen Supreme Court hat die Möglichkeiten eingeschränkt, wo multinationalen Konzernen für Handlungen im Ausland geklagt werden kann. Der Fall Daimler AG gegen Bauman drehte sich um die Frage, ob argentinische Opfer mutmaßlicher Menschenrechtsverletzungen Ansprüchen gegen den deutschen Automobilhersteller in Kalifornien geltend machen können. Die Entscheidung präzisierte strenge Regeln, wann ausländische Unternehmen in US-Gerichten für nicht mit dem Forumstaat zusammenhängende Auslandsaktivitäten verklagt werden dürfen.

Die Klage war von argentinischen Bürgern in Kalifornien gegen die Daimler AG eingereicht worden. Sie warfen dem Tochterunternehmen Mercedes-Benz Argentina vor, während Argentiniens "Schmutzigem Krieg" (1976–1983) mit staatlichen Sicherheitskräften kollaboriert zu haben. Die Kläger argumentierten, dass Daimlers Verbindungen zu seiner US-Tochter Mercedes-Benz USA (MBUSA) das Mutterunternehmen quasi "zu Hause" in Kalifornien mache.

Der Supreme Court wies dieses Argument zurück. Er entschied, dass die Verbindungen eines Unternehmens zu einem Bundesstaat so ständig und umfassend sein müssen, dass es dort faktisch "ansässig" ist. Bloße hohe Umsätze oder eine Tochtergesellschaft im Staat reichten dafür nicht aus. Das Gericht betonte, dass die Zuständigkeit global bewertet werden müsse – unter Berücksichtigung der gesamten Unternehmensaktivitäten und nicht nur der Tätigkeiten an einem Standort.

In seiner Begründung stellte das Gericht fest, dass die Beziehung zwischen Daimler und MBUSA nicht den erforderlichen Standard "kontinuierlicher und systematischer" Aktivitäten erfüllte, der für eine allgemeine Gerichtsbarkeit notwendig ist. Folglich konnte die Klage in Kalifornien nicht weiterverfolgt werden. Das Urteil stoppte den Fall der Kläger in den USA effektiv.

Die Entscheidung in Daimler gegen Bauman setzte die Hürden für Klagen gegen ausländische Konzerne vor US-Gerichten höher. Sie bestätigte, dass eine allgemeine Gerichtsbarkeit nur dann greift, wenn die Präsenz eines Unternehmens in einem Bundesstaat so tief verwurzelt ist, dass es dort quasi "heimisch" ist. Das Urteil wird es Klägern erschweren, Verfahren gegen internationale Konzerne wegen Handlungen einzuleiten, die in keinem Zusammenhang mit dem betreffenden Gerichtsstand stehen.

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