Streit um Rastatter Projekt: Wildtierfelle werden zur Handelsware verarbeitet
Philipp NetteStreit um Rastatter Projekt: Wildtierfelle werden zur Handelsware verarbeitet
Neues Projekt in Rastatt: Fell verendeter Wildtiere wird zu Handelsware verarbeitet
In Rastatt startet eine Initiative, bei der die Felle von erlegtem Wild zu kommerziellen Produkten verarbeitet werden. Das von der Fellwechsel GmbH getragene Vorhaben sieht vor, täglich rund 100 Tiere zu verarbeiten – darunter Füchse, Marder und Waschbären. Bereits jetzt gibt es scharfe Kritik von Tierschutzverbänden.
Die Fellwechsel GmbH, eine Tochtergesellschaft des Deutschen Jagdverbands (DJV), hat vorläufige Genehmigungen erhalten und will den Betrieb bereits nächste Woche aufnehmen. In einer speziellen Station in Rastatt werden die Felle abgelöst und anschließend an Gerbereien und Kürschner weitergeleitet. Die fertigen Materialien sollen für Kissenbezüge, Pelzkragen und Jackenfutter verwendet werden.
Hinter dem Projekt stehen der DJV sowie der Landesjagdverband Baden-Württemberg. Laut Fellwechsel müssen jährlich zwischen 7.000 und 10.000 Felle verarbeitet werden, um wirtschaftlich rentabel zu sein. Parallel kündigte die Blaser Jagdwaffen GmbH an, im Herbst drei Jackenmodelle auf den Markt zu bringen, deren Pelzanteile aus Rastatt stammen.
Widerstand kommt prompt vom Deutschen Tierschutzbund. Die Organisation wirft dem Vorhaben vor, weiterhin auf die Tötung von Tieren für ihre Felle zu setzen. Trotz der Kritik hält Fellwechsel am geplanten Produktionsstart fest.
Die Anlage in Rastatt soll die Verarbeitung in den kommenden Tagen aufnehmen; erste pelzverarbeitete Produkte werden noch in diesem Jahr erwartet. Während die Initiative einen Markt für Wildtierfelle schaffen will, bleibt der Widerstand der Tierschützer bestehen. Die Wirtschaftlichkeit hängt davon ab, ob die geplante Jahresmenge an Fellen erreicht wird.






