Steuererklärungen 2024: Warum Südwestdeutschland mit Verzögerungen kämpft
Philipp NetteSteuerbescheid im Südwesten dauert wieder länger - Steuererklärungen 2024: Warum Südwestdeutschland mit Verzögerungen kämpft
Steuerzahler in Südwestdeutschland kämpfen mit Verzögerungen bei der Bearbeitung ihrer Steuererklärungen für 2024
Im Südwesten Deutschlands müssen Steuerzahler länger auf die Bearbeitung ihrer Steuervorauszahlungen für 2024 warten. Anders als in anderen Regionen gibt es hier keine einzelne verantwortliche Person – stattdessen liegt die Zuständigkeit bei den Landesfinanzbehörden und ihren örtlichen Finanzämtern. Das Problem rückt zunehmend in den Fokus, da sich die Bearbeitungszeiten in den vergangenen Jahren stark unterschieden haben.
Das Finanzministerium in Stuttgart führt die Verzögerungen vor allem auf strengere Fristen zurück. Nach dem Ende der pandemiebedingten Fristverlängerungen gelten seit 2024 wieder die Vor-Corona-Regelungen – was zu einem deutlichen Anstieg der eingereichten Unterlagen führte. Diese Entwicklung belastet die Finanzämter in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz besonders.
Im Jahr 2025 betrug die durchschnittliche Bearbeitungsdauer für die Steuererklärungen von 2024 45 Tage – ein leichter Anstieg gegenüber den 41 Tagen im Vorjahr, aber immer noch weniger als die 54 Tage, die 2023 benötigt wurden. Die Finanzämter unterstehen der Aufsicht der jeweiligen Landesfinanzministerien, doch eine direkte persönliche Verantwortung für die Verzögerungen ist nicht ausgewiesen. Während die Landesfinanzministerien den Prozess auf Landesebene steuern, obliegt die tägliche Abwicklung den dezentralen Ämtern in beiden Bundesländern.
Die Rückkehr zu den alten Fristen hat zu wiederkehrenden Engpässen in der Steuerbearbeitung geführt. Zwar stiegen die Wartezeiten 2025 leicht an, blieben aber unter denen von 2023. Betroffene Steuerzahler müssen sich weiterhin an das regionale System wenden – eine zentrale Anlaufstelle oder verantwortliche Person für die Verzögerungen gibt es nicht.