04 February 2026, 23:14

Steuerbeamter unter Verdacht: Verstrickung in versuchten Totschlag von Tamm

Ein Gebäude mit Graffiti, das "Polizei Mord George Fuck 12 P19" auf der Seite trägt, mit Fenstern und verschiedenen Gegenständen vor ihm.

Ermittlungen wegen versuchten Mordes in Baden-Württemberg: Finanzbeamter festgenommen - Steuerbeamter unter Verdacht: Verstrickung in versuchten Totschlag von Tamm

Die Staatsanwaltschaft Heilbronn prüft die mögliche Verstrickung eines Steuerbeamten in einen versuchten Totschlag, der sich im Mai 2021 ereignete. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht eine Schießerei in Tamm.

Der Fall begann im Mai 2021, als ein junger Mann in Tamm angeschossen und schwer verletzt wurde. Zwei Tatverdächtige, 26 und 27 Jahre alt, wurden später im Oktober desselben Jahres in den Niederlanden festgenommen. Ihre Verhaftung erfolgte im Rahmen einer umfassenderen Untersuchung des Angriffs.

Im November 2021 führte die Staatsanwaltschaft Stuttgart Razzien durch und nahm mehrere Personen fest, nachdem Vorwürfe wegen Bestechung und unrechtmäßiger Datenweitergabe erhoben worden waren. Die Maßnahmen richteten sich gegen Beamte, denen vorgeworfen wird, vertrauliche Informationen – darunter Kfz-Kennzeichendaten – weitergegeben zu haben.

In dieser Woche durchsuchten die Ermittler die Wohnung und den Arbeitsplatz eines Steuerbeamten, der nun mit der Schießerei in Tamm in Verbindung gebracht wird. Der Beamte steht im Verdacht, auf Kfz-Kennzeichendaten zugegriffen und diese weitergeleitet zu haben, wodurch möglicherweise die laufenden Mordermittlungen untergraben wurden. Eine Sonderermittlungsgruppe mit dem Codenamen Frost wurde eingerichtet, um den Fall zu bearbeiten.

Frühere Berichte hatten die Staatsanwaltschaft Heilbronn fälschlicherweise mit einer nicht zusammenhängenden Festnahme in Verbindung gebracht – einem 35-Jährigen, der nach einer Attacke am Bahnhof Eppingen wegen versuchten Totschlags inhaftiert wurde. Zwischen diesem Vorfall und dem mutmaßlichen Fehlverhalten des Steuerbeamten besteht jedoch kein Zusammenhang.

Der Steuerbeamte bleibt unter Beobachtung, da er möglicherweise eine große strafrechtliche Untersuchung gefährdet hat. Sollten sich die Vorwürfe der unrechtmäßigen Datenweitergabe bestätigen, könnte dies schwerwiegende rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Die Sonderermittlungsgruppe setzt ihre Arbeit fort, während sich der Fall weiterentwickelt.