18 April 2026, 18:28

SPD-Politiker warnt vor riskanten digitalen Gegenangriffen deutscher Behörden

Ein Mann im Anzug und Krawatte spricht in ein Mikrofon und scheint eine Regierung genehmigte Verordnung anzukündigen.

SPD-Politiker warnt vor riskanten digitalen Gegenangriffen deutscher Behörden

Johannes Schätzl, der digitalpolitische Sprecher der SPD im Bundestag, hat Bedenken gegen einen geplanten Gesetzesentwurf geäußert, der deutschen Behörden digitale Gegenangriffe ermöglichen soll. Er argumentiert, dass solche Maßnahmen gegen internationale Rechtsnormen verstoßen und zivile Infrastruktur gefährden könnten.

Der zur Debatte stehende Entwurf würde dem Bundeskriminalamt (BKA) und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Befugnis einräumen, aktiv in ausländische IT-Systeme einzugreifen. Schätzl warnte das Bundesinnenministerium ausdrücklich davor, diesen Behörden offensive Cyberfähigkeiten zu übertragen.

Er lehnt die Idee von "Hackbacks" – digitale Gegenangriffe gegen vermeintliche Bedrohungen – ab und bezeichnet sie als rechtlich und ethisch problematisch. Ein zentrales Problem sei, so Schätzl, dass es keine klare rechtliche Definition gebe, was genau unter einem Hackback zu verstehen ist. Ohne eine solche Grundlage könnten Behörden ohne ausreichende Kontrolle handeln.

Zudem stellt er die Praxis infrage, ausländische Systeme zu infiltrieren oder zu manipulieren, wenn keine eindeutigen Beweise für deren Beteiligung an einem Angriff vorliegen. Er besteht darauf, dass internationale Regelwerke, einschließlich der Genfer Konventionen, das staatliche Handeln im Cyberraum leiten müssen. Diese Abkommen, so seine Argumentation, setzten notwendige Grenzen, um eine Eskalation zu verhindern und zivile digitale Infrastruktur zu schützen.

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Obwohl Schätzl Bestrebungen unterstützt, die Cyberabwehr Deutschlands zu stärken, lehnt er offensive Maßnahmen entschieden ab. Jede neue Befugnis, warnt er, dürfe etablierte Rechtsnormen nicht untergraben oder unbeabsichtigte Schäden an nicht-militärischen Zielen riskieren.

Die Haltung des SPD-Sprechers unterstreicht die Spannung zwischen der Stärkung der Cybersicherheit und der Einhaltung internationaler rechtlicher Grenzen. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, würde es den Behörden weitreichende offensive Digitalkompetenzen einräumen – doch Schätzls Warnungen deuten darauf hin, dass solche Schritte auf erheblichen politischen und ethischen Widerstand stoßen könnten.

Quelle