SPD fordert Pharmaindustrie zu mehr Verantwortung bei Gesundheitsreform auf
Mahmut UllmannSPD fordert Pharmaindustrie zu mehr Verantwortung bei Gesundheitsreform auf
SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat die Pharmaindustrie aufgefordert, im Rahmen der Gesundheitsreform in Deutschland mehr Verantwortung zu übernehmen. Er kritisierte den aktuellen Entwurf als ungerecht, da dieser vor allem Gutverdiener mit hohen Beitragszahlungen belaste, während die Arzneimittelhersteller von einer stärkeren Kostenbeteiligung verschont blieben. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Bundesregierung weitreichende Änderungen bei den Ausgaben der Krankenversicherungen diskutiert.
Klüssendorf verwies insbesondere auf die Medikamentenkosten als zentrales Einsparpotenzial. Deutschland gibt bereits jetzt pro Kopf mehr für Arzneimittel aus als jedes andere europäische Land. Er betonte, dass die Hersteller ihren fairen Beitrag leisten müssten, um die Stabilität des Systems zu gewährleisten.
Der SPD-Politiker warnte zudem vor höheren Zuzahlungen, Leistungskürzungen und einem Abbau des Krankengeldes. Solche Maßnahmen würden vor allem jene treffen, die das System bereits jetzt am stärksten stützten, so Klüssendorf. Stattdessen forderte er schärfere Kontrollen der Arzneimittelpreise, um überhöhte Forderungen der Pharmakonzerne zu verhindern.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zeigte sich beim Reformpaket zwar kompromissbereit, beharrte jedoch darauf, dass das geplante Einsparvolumen insgesamt erreicht werden müsse. Sie signalisierte Offenheit für alternative Vorschläge – vorausgesetzt, diese erfüllten die finanziellen Ziele. Klüssendorf setzte sich darüber hinaus für einen besseren Schutz von Familien im Gesundheitssystem ein.
Im Mittelpunkt der Debatte steht nun die Frage, wie Kosten gesenkt werden können, ohne die Patienten übermäßig zu belasten. Klüssendorfs Forderungen zielen dabei vor allem auf die Arzneimittelpreise und eine gerechtere Kostenbeteiligung der Hersteller ab. Gleichzeitig könnte Warkens Bereitschaft, Teile des Entwurfs neu zu bewerten, zu Anpassungen im endgültigen Reformplan führen.






