Schwarz-Rot wackelt: Warum die Koalition ohne Mehrheit vor dem Aus steht
Bernhardine RörrichtSpahn: Koalition ist auf Erfolg eingestellt - Schwarz-Rot wackelt: Warum die Koalition ohne Mehrheit vor dem Aus steht
Die aktuelle schwarz-rote Koalition in Deutschland steht vor wachsender Unsicherheit, da Umfragen eine Verschiebung der politischen Unterstützung zeigen. Union (cdu/cducsu) und SPD verfügen allein nicht mehr über eine Mehrheit – damit stellt sich die Frage, wie die künftige Regierungsfähigkeit gesichert werden kann. Der fraktionsvorsitzende der Union, Jens Spahn, betont zwar, dass die Zusammenarbeit der beiden Parteien weiterhin unverzichtbar sei – trotz anhaltender Streitigkeiten.
Seit der Bundestagswahl 2021 pendelt die cdu/cducsu in den Umfragen zwischen 25 und 26 Prozent, ein Rückgang gegenüber ihrem Ergebnis von 28,6 Prozent bei der Wahl 2025. Die AfD hingegen legte von 10,3 auf 24 bis 25,5 Prozent zu, während die SPD stabil bei 15 bis 16 Prozent liegt – weit entfernt von ihrem Höchststand von 25,7 Prozent im Jahr 2021. Die Grünen verloren auf 11 bis 13 Prozent, und die Linke stieg auf 10 Prozent, nach nur 4,9 Prozent 2021.
Bei der Wahl 2025 hatte die cdu/cducsu mit 28,6 Prozent gesiegt und eine Koalition mit der SPD gebildet. Doch nun deuten Umfragen darauf hin, dass weder eine der beiden Parteien allein noch ihr schwarz-rotes Bündnis eine Mehrheit erreichen könnte. Spahn beharrt darauf, dass es keine realistische Alternative zur Zusammenarbeit mit der SPD gebe, und fordert echte Kompromisse, die "handfeste Ergebnisse" bringen. Sein Motto für die künftige Kooperation lautet schlicht: "Müssen."
Doch die Herausforderungen bleiben. Die ersten neun Monate der Koalition waren von häufigen Meinungsverschiedenheiten geprägt. Mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen könnte sich eine Situation ergeben, in der keine regierungsfähige Mehrheit ohne Einbindung der AfD oder der Linken möglich ist. Die cdu hat jedoch eine Zusammenarbeit mit beiden Parteien kategorisch ausgeschlossen – die Optionen für eine stabile Regierung sind damit begrenzt.
Ohne klare Mehrheit müssen Union und SPD entweder ihr Bündnis festigen oder nach neuen Partnerschaften suchen. Die Grünen könnten eine mögliche Mehrheit ermöglichen, doch die Weigerung der cdu, mit AfD oder Linker zu kooperieren, verengt den Spielraum. Vorerst bleibt Spahns Appell zu mehr Kompromissbereitschaft der naheliegendste Weg nach vorn.






