06 January 2026, 09:07

Satirisches Plakat spottet über endlose Verzögerungen bei Stuttgart 21

Eine Bahnstrecke mit Plakaten an der Wand daneben.

Satirisches Plakat spottet über endlose Verzögerungen bei Stuttgart 21

Satirisches Plakat verspotten das immer wieder verschobene Bahnprojekt Stuttgart 21

Diese Woche tauchte in Stuttgarts Königstraße ein spöttisches Plakat auf, das sich über die jahrelangen Verzögerungen beim Bahnprojekt Stuttgart 21 lustig macht. Die parodistische Anzeige zeigt die Komikerin Anke Engelke bei einer fiktiven Eröffnung – installiert von einer anonymen Aktivistengruppe, die sich Dies Irae nennt. Mit der Aktion wollten die Unbekannten die ständigen Rückschläge und den ungewissen Fertigstellungstermin des Großprojekts anprangern.

Am 3. Januar hatten die Aktivisten das Plakat in eine Werbevitrine eingeschleust, indem sie das Gehäuse mit einfachen Werkzeugen öffneten, ihr Design einsetzten und es wieder verschlossen – ohne Schäden zu hinterlassen. Die Parodie zeigt Engelke bei einer zukünftigen Eröffnung, scherzhaft datiert auf „irgendwann im 21. Jahrhundert“.

Die Gruppe Dies Irae bekannte sich später zu der Aktion. In einer Stellungnahme bezeichnete sie den Streich als Reaktion auf die „ironische Eigenwerbung“ der Deutschen Bahn zu Stuttgart 21. Erst im Dezember war bekannt geworden, dass die geplante Teilinbetriebnahme des neu gebauten Hauptbahnhofs – ursprünglich für Ende 2026 vorgesehen – nicht mehr haltbar ist. Ein neuer Termin steht weiterhin aus. Der unterirdische Durchgangsbahnhof, Kernstück des Projekts, bleibt nach Jahren von Bauproblemen unvollendet. Bisher ist dies der einzige bekannte satirische Eingriff dieser Art in der Stadt.

Der Scherz lenkt die Aufmerksamkeit auf die wachsende Verärgerung über die endlose Verzögerung des Bahnprojekts. Ohne absehbaren Eröffnungstermin unterstreicht das Plakat die anhaltende Unsicherheit. Die Deutsche Bahn hat sich bisher nicht zu der Aktion der Aktivisten geäußert.