Rheintalbahn-Ausbau alarmiert Freiburg: Drohen jahrelange Sperrungen und Nahverkehrs-Chaos?
Bernhardine RörrichtRheintalbahn-Ausbau alarmiert Freiburg: Drohen jahrelange Sperrungen und Nahverkehrs-Chaos?
Ausbau der Rheintalbahn sorgt in Freiburg und der Region für Besorgnis
Die geplanten Ausbauarbeiten an der Rheintalbahn haben bei kommunalen Verantwortlichen in Freiburg und der umliegenden Region Sorgen ausgelöst. Zwar soll das Projekt eine moderne, leistungsstarke Schienenverbindung schaffen – doch Anwohner und Politiker fürchten langwierige Sperrungen, Umweltbelastungen und Lücken im Nahverkehr. Bei einem jüngst abgehaltenen Gipfeltreffen schlossen sich regionale Akteure zusammen, um vor Baubeginn verbindliche Zusagen einzufordern.
Auf dem Rheintalbahn-Gipfel vereinten der Verband Region Südlicher Oberrhein (VRSO) und der Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF) ihre Kräfte mit Vertretern der Landkreise, Städte und Gemeinden. Ziel war es, eine gemeinsame Position zum Ausbau zu entwickeln, der zu den wichtigsten Infrastrukturvorhaben der kommenden Jahrzehnte zählt. Eine zentrale Forderung: ein verlässlicher Bauzeitplan, der verhindert, dass der Freiburger Hauptbahnhof vom Schienenverkehr abgeschnitten wird.
Kritik gibt es vor allem an den unklaren Plänen für Ersatzverkehre während der Sperrphasen. Jede Unterbrechung würde Pendler hart treffen – besonders die Nutzer der Breisgau-S-Bahn. Die Region pocht darauf, dass die Modernisierung mit einer Aufwertung des Nahverkehrs einhergehen und den Alltag so wenig wie möglich beeinträchtigen muss. Um diese Anliegen zu adressieren, wird nun eine neue regionale Beratungsgruppe die Planungen begleiten. Dieses Gremium soll sicherstellen, dass lokale Belange – etwa der Schutz der Landschaft oder die Aufrechterhaltung der Mobilität – in die Entscheidungsprozesse einfließen. In den kommenden Monaten wird die Gruppe eine formelle Resolution erarbeiten, die Kernforderungen wie Ersatzverkehrslösungen und klare Zeitpläne für die einzelnen Bauabschnitte festhält.
Der Ausbau der Rheintalbahn bleibt zwar ein zentrales Vorhaben – doch die regionalen Verantwortlichen haben deutlich gemacht: Ihre Unterstützung hängt von verbindlichen Zusagen ab. Ohne Garantien für Bauabläufe, Ersatzverkehre und Umweltschutz droht dem Projekt massiver Widerstand. Die neu gegründete Beratungsgruppe wird nun eine Schlüsselrolle dabei spielen, wie die Modernisierung vorangetrieben wird.