Revolutionäres Schweißen: Steppwelder könnte Automobilbau und Luftfahrt verändern
Mahmut UllmannRevolutionäres Schweißen: Steppwelder könnte Automobilbau und Luftfahrt verändern
Forscher der Universität Stuttgart haben eine neue Schweißtechnologie namens Steppwelder entwickelt. Das System nutzt robotergestütztes Rührreibschweißen, um hochfeste Aluminiumlegierungen schnell und effizient zu verbinden – und könnte bald die Fertigung in Branchen wie Automobilbau und Luftfahrt revolutionieren.
Das Steppwelder-System kommt ohne Zusatzmaterialien aus und erzeugt weder Rauch, Spritzer noch einen hohen Energiebedarf. Sein zentrales Merkmal ist ein integrierter, beweglicher Gegenhalter innerhalb der Schweißpistole. Diese Konstruktion macht sperrige externe Stützvorrichtungen überflüssig und ermöglicht die Kompatibilität mit Standard-Industrierobotern mit sechs Achsen.
Die Technologie arbeitet nach dem Prinzip einer "Verriegelungsnaht" und schweißt komplexe 2D- und 3D-Formen in Rekordzeit. Eine 50 Zentimeter lange Naht lässt sich in nur 1,5 bis 2 Sekunden fertigen. Diese Geschwindigkeit in Kombination mit der Fähigkeit, anspruchsvolle Geometrien zu verarbeiten, macht das Verfahren ideal für Leichtbaustrukturen wie Batteriegehäuse oder Großgussteile.
Die Entwicklung wird mit 1,4 Millionen Euro (rund 1,66 Millionen US-Dollar) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der "VIP+"-Validierungsförderungunterstützt. Das Team strebt an,Steppwelder* bis Juni 2026 für den kommerziellen Einsatz in der Automobil-, Luftfahrt- und Maschinenbauindustrie bereit zu haben. Bisher haben jedoch weder Automobilhersteller noch Zulieferer konkrete Pläne zur Übernahme der Technologie bekannt gegeben.
Ein weiterer Vorteil des Verfahrens liegt in der deutlichen Gewichtsersparnis – ein entscheidender Faktor für effizienzorientierte Branchen. Der geringe Energieverbrauch und die saubere Arbeitsweise senken zudem die Produktionskosten und die Umweltbelastung.
Mit seinem schnellen Schweißprozess und dem Potenzial für Leichtbau könnte Steppwelder die Montage komplexer Bauteile in verschiedenen Industrien verändern. Die Markteinführung ist für Mitte 2026 geplant, auch wenn sich bisher noch keine Hersteller zur Nutzung verpflichtet haben. Dennoch könnte die Effizienz und Flexibilität der Technologie im Laufe der weiteren Entwicklung auf Interesse stoßen.






