Revolution beim E-Auto-Laden: Neues Abrechnungssystem startet in Deutschland
Mahmut UllmannRevolution beim E-Auto-Laden: Neues Abrechnungssystem startet in Deutschland
Neues Abrechnungssystem für E-Auto-Ladestationen wird in Deutschland eingeführt
In Deutschland wird derzeit ein neues System für die Abrechnung von Ladestrom für Elektrofahrzeuge (E-Autos) schrittweise eingeführt. Das Projekt Banula, geleitet vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, zielt darauf ab, die Bezahlung an öffentlichen Ladestationen zu vereinfachen. Künftig können Fahrende ihre eigenen Stromverträge nutzen, statt auf Roaming-Vereinbarungen angewiesen zu sein.
Die Initiative wird bereits von großen Übertragungsnetzbetreibern unterstützt, darunter TransnetBW, 50Hertz, Amprion und TenneT. Das Banula-Projekt entwickelt ein bundesweites Abrechnungsmodell auf Basis des deutschen Durchleitungsystems. Dabei werden die Kosten für die Nutzung der Ladeinfrastruktur von den tatsächlichen Stromverbrauchskosten getrennt. Durch die präzise Erfassung beider Komponenten sorgt das System für faire und transparente Abrechnungen für E-Auto-Fahrende.
Ein zentrales Element des Projekts ist die Nutzung virtueller Bilanzkreise – ein Konzept, das von der Bundesnetzagentur genehmigt wurde. Diese ermöglichen eine exakte Überwachung des Stromflusses und stellen sicher, dass jede Nutzerin und jeder Nutzer korrekt abgerechnet wird. Der Projektpartner OLI Systems verwaltet solche Zonen bereits in drei der vier deutschen Netzregionen, was den Anschluss von Ladeanbietern an das Banula-Netz erleichtert.
Das System hat die Pilotphase erfolgreich durchlaufen, die zunächst im Netzgebiet von TransnetBW getestet wurde. Nun wird es auf eine zweite Übertragungsnetzregion ausgeweitet. Eine öffentliche Ladestation am Standort Harthausen von OLI Systems, betrieben vom assoziierten Partner Amperfied, ist bereits nach dem neuen Modell in Betrieb.
Das Fraunhofer IAO bestätigte kürzlich, dass Fahrende ihre privaten Stromverträge nun an teilnehmenden Ladestationen bundesweit nutzen können. Dadurch entfällt die Notwendigkeit herkömmlicher Roaming-Verträge – ein Schritt zu mehr Flexibilität und Nutzerfreundlichkeit.
An dem Projekt sind acht Partner aus Forschung und Industrie beteiligt. Ihr gemeinsames Ziel ist es, Hürden beim Laden von E-Autos abzubauen und den Prozess für alle Fahrenden nahtlos und zugänglich zu gestalten.
Das Banula-Projekt könnte die Art und Weise, wie E-Auto-Fahrende in Deutschland fürs Laden bezahlen, grundlegend verändern. Mit der Unterstützung großer Netzbetreiber und einem wachsenden Netz kompatibler Ladestationen verspricht das System mehr Komfort und Gerechtigkeit. In der nächsten Phase soll die Expansion vorangetrieben werden, sobald weitere Anbieter das neue Abrechnungsmodell übernehmen.






