28 December 2025, 19:10

Reutlingen gedenkt der Kriegsopfer und warnt vor wachsendem Extremismus

Denkmäler in eine Wand gemeißelt mit Blumensträußen davor.

Reutlingen gedenkt der Kriegsopfer und warnt vor wachsendem Extremismus

Gedenkfeier in Reutlingen: Mahnung gegen Extremismus und Vergessen der Geschichte

Am Montag fand in Reutlingen eine feierliche Gedenkveranstaltung statt, um der Opfer der Weltkriege zu gedenken. Organisiert vom Sozialverband VdK umfasste die Veranstaltung Kranzniederlegungen am Kriegsdenkmal, Reden lokaler Würdenträger sowie bewegende Beiträge von Schülerinnen und Schülern. Die Zusammenkunft diente zugleich als Mahnung vor dem erstarkenden Extremismus und den Gefahren einer Geschichtsvergessenheit.

Am Kriegsdenkmal legten Thomas Keck und der VdK-Vorsitzende Jürgen Neumeister Kränze nieder, um der Gefallenen der Kriege zu gedenken. Reservisten der Bundeswehr und Vertreter der US-Streitkräfte nahmen teil, als die Ehrungen stattfanden. In seiner Gedenkrede betonte Keck die Bedeutung, die Erinnerungen der Überlebenden des Zweiten Weltkriegs zu bewahren – ihre Erfahrungen dürften niemals aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwinden.

Vor der eigentlichen Zeremonie trugen Zehntklässler der Eichendorff-Realschule im Trauerraum des Lindenfriedhofs eindringliche Reflexionen über Krieg, Terror und Tod vor. Ihre Worte zeichneten drastische Bilder, wie etwa: „Ich sehe die Welt vor mir in Flammen, das Leben in Scherben liegen.“ Die emotionale Wucht ihrer Beiträge unterstrich die bleibenden Narben, die Konflikte hinterlassen.

Reutlingens Oberbürgermeister nutzte die Gelegenheit, um auf die wachsende Sorge vor dem Einfluss radikalistischer und extremistischer Gruppen hinzuweisen. Zwar mahnte er zum Respekt vor unterschiedlichen Meinungen, machte jedoch deutlich, dass Stimmen, die sich gegen Freiheit und Demokratie richten, entschlossen zurückgewiesen werden müssten. Pfarrer Roland Knäbler griff diese Warnungen auf und verwies darauf, dass Angst und Unsicherheit um sich greifen, wenn Gesellschaften das Recht des Stärkeren dominieren lassen.

Die Gedenkfeier in Reutlingen vereinte Vertreter aus Politik, Veteranen und junge Menschen, um über die Vergangenheit und ihre Lehren nachzudenken. Reden und Schülerbeiträge betonten die fortwährende Notwendigkeit, Extremismus zu widerstehen und demokratische Werte zu verteidigen. Die Veranstaltung endete mit einem erneuten Appell, die Geschichte wachzuhalten und sich gegen Spaltung zu stellen.