Regionalverkehr in Südwestdeutschland bleibt trotz leichter Fortschritte problematisch
Philipp NetteRegionalverkehr in Südwestdeutschland bleibt trotz leichter Fortschritte problematisch
Regionalverkehr in Südwestdeutschland zeigte gegen Ende des Jahres 2024 leichte Anzeichen einer Besserung, doch insgesamt blieb die Qualität auf niedrigem Niveau. Eine aktuelle Bewertung analysierte 33 Strecken in der Region und prüfte dabei Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Fahrgastzufriedenheit, Sitzplatzkapazitäten sowie Sauberkeit. Zwar verzeichneten einige Netze Fortschritte, doch die meisten kämpften weiterhin damit, grundlegende Standards zu erfüllen.
Der jüngste Bericht zeichnet ein gemischtes Bild der Bahnleistungen. Die Durchschnittsnote aller Strecken stieg leicht auf 45,4 Punkte – ein minimaler Anstieg gegenüber 44,6 Punkten im Vorjahr. Nur zehn der 33 Netze erreichten mehr als 50 von 100 möglichen Punkten, was auf anhaltende Probleme hindeutet.
Bei Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit gab es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2023 moderate Verbesserungen. In der Rhein-Main-Region, die sich mit Baden-Württemberg überschneidet, fuhren die Züge bis Februar 2026 zu 82,5 Prozent pünktlich – ein Rückgang um etwa drei Prozentpunkte gegenüber 2025. Die Zuverlässigkeit stieg jedoch von 87,6 auf 94,1 Prozent. Die Sauberkeit verschlechterte sich dagegen weiter und sorgte bei den Fahrgästen für Unmut.
Die Spitzenreiter hoben sich deutlich ab: Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) führten die Rangliste mit 91,9 Punkten auf der Klettgau-Strecke zwischen Erzingen und Schaffhausen an. Die Schwäbische Alb-Bahn folgte dicht dahinter mit 89,1 Punkten auf den Strecken Amstetten–Gerstetten und Ulm–Schelklingen–Gammertingen. Die SBB belegte zudem mit 86,9 Punkten für die Verbindung Schaffhausen–Singen den dritten Platz. Die Bodensee-Bahn verzeichnete indes den größten Sprung – Betreiber DB Regio steigerte seine Bewertung um 36 Punkte.
Am unteren Ende der Skala hinkten drei Netze deutlich hinterher: Die Franken/Enz-Strecke von Arverio erreichte nur 21,9 Punkte und landete damit auf Platz 31. Noch schlechter schnitt der Murrbahn-Betrieb desselben Anbieters ab, der auf 12,6 Punkte kam. Das Hochrhein-Netz von DB Regio bildete das Schlusslicht mit lediglich 6,8 Punkten – der niedrigsten Bewertung im gesamten Ranking.
Der Bericht zeigt eine langsame, aber ungleichmäßige Erholung des Regionalverkehrs in Südwestdeutschland. Zwar erzielten einige Betreiber Spitzenwerte, doch die meisten Netze entsprechen nach wie vor nicht den Erwartungen der Fahrgäste. Angesichts nachlassender Sauberkeit und schwankender Pünktlichkeit sind weitere Verbesserungen nötig, um das Vertrauen in das System wiederherzustellen.






