Rechtsextreme Angriffe auf Zivilgesellschaft: 2025 eskaliert die Gewalt gegen Aktivist:innen in Deutschland
Bernhardine RörrichtRechtsextreme Angriffe auf Zivilgesellschaft: 2025 eskaliert die Gewalt gegen Aktivist:innen in Deutschland
Zivilgesellschaftliche Gruppen in Deutschland sahen sich 2025 wachsender Feindseligkeit ausgesetzt – mit fast täglichen Angriffen. Die Amadeu Antonio Stiftung dokumentierte 112 Vorfälle, im Schnitt alle drei Tage einen. Viele davon ereigneten sich in Ostdeutschland, wo Bedrohungen gegen Aktivist:innen und Organisationen zunehmend zur Normalität werden.
Die Welle der Gewalt richtete sich sowohl gegen Einzelpersonen als auch gegen Einrichtungen. In Hannover wurde ein autonomes Jugendzentrum mit Buttersäure beschmiert, das Regenbogenzentrum Cottbus kurz vor den CSD-Feierlichkeiten durch einen Brandanschlag schwer beschädigt. Rechtsextreme Akteure, darunter die AfD, spielten dabei eine Rolle – mal durch das Kennzeichnen von Zielen, mal durch direkte körperliche Übergriffe.
Der Sozialarbeiter Bastian Drumm, Leiter der Kontaktstelle Holler, erhielt Hasspost, Todesdrohungen und extremistische Aufkleber wegen seines Engagements. Er kritisierte die Krisenpolitik der Regierung, insbesondere die Neuausrichtung des Programms "Lebendige Demokratie!". Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hatte Änderungen angekündigt, durch die 200 geförderte Projekte in die Unsicherheit gerieten und sich neu um Mittel bewerben mussten.
Drumm forderte zudem entschlossenes Vorgehen gegen Rechtsextremismus. Er rief konservative Bürger:innen und CDU-Mitglieder auf, sich sichtbarer gegen Hass zu positionieren. Unterdessen verlangte die AfD-Fraktion in Riesa, dass alle Jugendlichen in Jugendzentren namentlich und mit Adresse erfasst werden – ein Schritt, der Befürchtungen über Überwachung und Einschüchterung schürt.
Die Zunahme der Angriffe macht zivilgesellschaftliche Gruppen verletzlicher denn je. Angesichts unsicherer staatlicher Förderung und eskalierender rechtsextremer Bedrohungen fordern Aktivist:innen klarere Schutzmaßnahmen. Die Lage zeigt: Der Druck auf Organisationen, die sich in Deutschland gegen Extremismus engagieren, wächst stetig.






