Prozess um tödliche Schüsse auf Geschäftspartner: War es Mord oder Affekthandlung?
Philipp NetteProzess um tödliche Schüsse auf Geschäftspartner: War es Mord oder Affekthandlung?
Ein 51-jähriger Mann steht wegen der tödlichen Erschießung seines Geschäftspartners im April 2023 vor Gericht. Die auf Video festgehaltene Tat zeigt, wie die beiden Männer sich zunächst streiten, bevor drei Schüsse auf offener Straße fallen. Nun muss das Gericht entscheiden, ob es sich um Mord oder vorsätzliche Tötung handelt.
Im Mittelpunkt des Prozesses steht eine Auseinandersetzung, die in einer Tragödie endete. Die Videoaufnahmen belegen einen hitzigen Wortwechsel zwischen dem Angeklagten und dem Opfer nur Augenblicke vor den Schüssen. Der Beschuldigte räumte ein, in einer Art "Kurzschlussreaktion" gehandelt zu haben, nachdem es zu einem Streit über Auslandsinvestitionen gekommen war.
Forensische Untersuchungen wiesen Schmaßspuren an den Händen des Angeklagten nach. Zeugenaussagen belasteten ihn zusätzlich. Die Staatsanwaltschaft plädierte für eine 15-jährige Haftstrafe und betonte, es handele sich um vorsätzliche Tötung.
Die Verteidigung hingegen forderte zunächst eine mildere Strafe von fünf Jahren, korrigierte ihre Forderung später auf maximal zehn Jahre und wies den Mordvorwurf entschieden zurück. Der Anwalt der Opferfamilie hingegen verlangte eine Verurteilung wegen Mordes und die höchstmögliche Strafe.
Das Gericht lehnte Anträge ab, die Anklage fallen zu lassen oder die Tat als Mord statt als vorsätzliche Tötung mit bedingtem Vorsatz einzuordnen. Nun müssen die Richter die Beweislage abwägen, bevor sie ihr Urteil fällen. Die Verkündung ist für Mittwochnachmittag angesetzt. Die Entscheidung wird darüber bestimmen, ob der Angeklagte wegen Mordes oder vorsätzlicher Tötung verurteilt wird. Ausschlaggebend wird sein, wie das Gericht die Beweise bewertet – und ob es die Behauptung des Angeklagten akzeptiert, impulsiv gehandelt zu haben.






