Pro Bahn Allianz fordert Neuüberlegung nach Verzögerung von Stuttgart-21
Bernhardine RörrichtPro Bahn Allianz fordert Neuüberlegung nach Verzögerung von Stuttgart-21
Pro-Bahn-Bündnis fordert Neuausrichtung nach Stuttgart-21-Verzögerung
Teaser: Nach der Bekanntgabe der erneuten Verzögerung bei der Teilinbetriebnahme von Stuttgart 21 sieht sich das Landesbündnis Pro Gäubahn in seiner Kritik bestätigt. Die Allianz...
21. November 2025, 14:23 Uhr
Die jüngste Verzögerung bei der teilweisen Eröffnung von Stuttgart 21 hat die Kritik des Bündnisses Pro Gäubahn neu entfacht. Die Gruppe behauptet, der Rückschlag bestätige langjährige Bedenken hinsichtlich der Projektführung. Die anhaltenden Probleme zeigten, so die Argumentation, wie dringend ein anderer Ansatz für die Schieneninfrastruktur in der Region notwendig sei.
Die Deutsche Bahn hat bisher keinen überarbeiteten Zeitplan für die Teilinbetriebnahme von Stuttgart 21 vorgelegt. Die Verschiebung bedeutet, dass Reisezüge vorerst weiterhin den historischen Kopfbahnhof oberirdisch nutzen werden. Das Bündnis Pro Gäubahn wertet die Verzögerung als Beleg für tiefgreifende Mängel in Planung und Umsetzung des Projekts.
Das Bündnis fordert seit Langem einen Strategiewechsel. Statt am Projekt Stuttgart 21 festzuhalten, schlägt es vor, die bestehende Gäubahn-Strecke zweigleigis auszubauen. Diese Alternative sei klimafreundlicher, kostengünstiger und einfacher umsetzbar, argumentieren die Befürworter. Zudem bestehen sie darauf, den aktuellen Hauptbahnhof oberirdisch zu belassen und die Pläne für den Pfaffensteintunnel zu verwerfen.
Im September 2025 hatte sich Pro Gäubahn mit Pro Bahn, dem ökologischen Verkehrsclub VCD, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und dem Landesnaturschutzverband (LNV) zusammengeschlossen, um vor einer Wiederholung der Fehler von Stuttgart 21 zu warnen. Ihre vorgeschlagene Lösung umfasst ein „Kombi-Bahnhofs“-Modell, das Kopf- und Untergrundbahnhof verbindet und sowohl den Gäukorridor als auch den internationalen Güterverkehr bedienen soll.
Die Forderungen des Bündnisses zielen auf konkrete Änderungen ab, nicht auf abstrakte Kritik. Die Verantwortlichen sollen das gesamte Stuttgart-21-Konzept überdenken und stattdessen den Ausbau der bestehenden Infrastruktur priorisieren. Bis auf Weiteres wird der Zugverkehr über den historischen Bahnhof abgewickelt, während die Zukunft des Projekts in der Schwebe bleibt.