11 May 2026, 10:36

Pflegeversicherung am Abgrund: 22,5 Milliarden Euro Defizit bis 2028 drohen

Detailgenauer Entwurf eines deutschen Krankenhausgebäudes auf einem Plakat mit sichtbaren Fenstern, Türen und Balkonen, begleitet von Text, der dessen Größe, Lage und Merkmale beschreibt.

Pflegeversicherung am Abgrund: 22,5 Milliarden Euro Defizit bis 2028 drohen

Deutschlands Pflegeversicherung steht vor dem Kollaps

Das deutsche System der Pflegeversicherung steht unter massivem Druck. Nach 31 Jahren seines Bestehens steuert es auf die schwerste Finanzkrise seiner Geschichte zu. Steigende Kosten und unbeglichene Schulden haben das System an den Rand des Abgrunds gebracht – bis 2028 droht ein Defizit von 22,5 Milliarden Euro.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) arbeitet derzeit an einem Gesetzentwurf zur Reform der Pflegefinanzierung. Die Pläne sollen die Lücken schließen, durch die Pflegebedürftige und ihre Angehörigen weit höhere Eigenanteile zahlen müssen, als eigentlich vorgesehen.

Die finanziellen Probleme begannen mit den unbeglichenen Corona-Schulden. Die Bundesregierung schuldet dem Pflegeversicherungsfonds noch immer 5 Milliarden Euro aus pandemiebedingten Ausgaben. Hinzu kommt, dass sie die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige nicht übernimmt – allein in diesem Jahr beläuft sich die Lücke auf geschätzte 10 Milliarden Euro.

Ein weiteres zentrales Problem ist die fehlende Förderung von Investitionen in Pflegeheime. Hätten die Bundesländer ihren Anteil getragen, könnten Bewohner heute bis zu 500 Euro im Monat an Eigenanteilen sparen. Doch die Pflegeversicherung war von Anfang an nicht darauf ausgelegt, sämtliche Langzeitpflegekosten abzudecken – viele müssen daher tief in die eigene Tasche greifen.

Durch das Zusammenspiel dieser Faktoren entsteht bis 2027 und 2028 ein Finanzloch von 22,5 Milliarden Euro. Ministerin Warkens Gesetzentwurf, der bis Mitte Mai erwartet wird, soll das System stabilisieren. Ziel ist es, die Pflege bezahlbar zu halten und gleichzeitig die finanzielle Handlungsfähigkeit des Versicherungsfonds zu sichern.

Seit 1993 ist die Pflegeversicherung ein zentraler Baustein der deutschen Sozialversicherung. Doch ohne dringende Reformen wird ihre Fähigkeit, Bedürftige zu unterstützen, weiter schwinden.

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Die Reformpläne müssen die offenen Schulden begleichen, die ausstehenden Länderanteile regeln und die steigenden Belastungen für Pflegebedürftige abfedern. Gelingt dies, könnte die finanzielle Last für Pflegekräfte und Heimbewohner verringert werden. Die kommenden Monate werden zeigen, ob das geplante Gesetz die Zukunft des Systems sichern kann.

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