30 January 2026, 18:04

Neuer ARD-Thriller rollt den ungelösten Mord an Polizistin Kiesewetter neu auf

Ein Plakat mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem schwarzen Rand, trägt die Aufschrift "Wir fordern jetzt ein Ende der Polizeigewalt" in einer modernen, auffälligen Schriftart.

Neuer ARD-Thriller rollt den ungelösten Mord an Polizistin Kiesewetter neu auf

"Die Nichte des Polizisten" – Ein neuer Thriller zu einem ungelösten Mordfall

Im Oktober 2025 zeigt die ARD den Thriller "Die Nichte des Polizisten", der sich mit dem bis heute ungeklärten Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter aus dem Jahr 2007 auseinandersetzt. Der Film wirft Fragen zur Unterwanderung deutscher Institutionen durch rechtsextreme Netzwerke auf und inszeniert sich als fiktionalisierte Version realer Ereignisse – wobei zentrale Details weiterhin im Dunkeln bleiben.

Die Ausstrahlung am 8. Oktober um 20:15 Uhr wird von der Dokumentation "Warum starb Michèle Kiesewetter?" begleitet, die den Fall vertieft untersucht.

Am 25. April 2007 wurden die damals 22-jährige Michèle Kiesewetter und ihr Kollege Martin A. in Heilbronn von zwei unbekannten Tätern angeschossen. Kiesewetter starb noch am Tatort, Martin A. überlebte schwer verletzt. Später ordneten die Ermittler die Tat dem rechtsterroristischen "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) zu – doch Zweifel an dieser Version bestehen bis heute.

"Die Nichte des Polizisten" deutet auf komplexere Hintergründe hin. Der Film spielt mit der Andeutung, dass Kiesewetters Onkel Verbindungen in die rechtsextreme Szene Thüringens und in Drogennetzwerke gehabt haben könnte. Zudem zeigt er, wie sich verdeckte Polizeiarbeit und private Kontakte zu extremistischen Kreisen vermischen. Ein auffälliges Detail: In den Abspann wurde L'Amour Toujours von Gigi D'Agostino eingebunden – ein Lied, das laut Berichten von rechtsextremen Gruppen als Code verwendet wurde.

Die Handlung legt nahe, dass staatliche Institutionen möglicherweise von rechtsextremen Einflüssen unterwandert wurden. Ob die Story jedoch auf echten Informanten oder Akten basiert, bleibt offiziell unbestätigt. ARD und NDR vermarkten den Film explizit als Thriller, nicht als dokumentarische Rekonstruktion.

Die Veröffentlichung des Films bringt die Debatte um Kiesewetters Mord und die Rolle des Extremismus in deutschen Sicherheitsbehörden wieder in den Fokus. Während der Spielfilm eine fiktionalisierte Version präsentiert, könnte die begleitende Dokumentation offene Fragen aufgreifen. Beide Sendungen laufen im Oktober 2025 auf der ARD – und halten den ungelösten Fall damit weiter in der öffentlichen Aufmerksamkeit.