31 January 2026, 23:08

Neue Methode misst Anpassungsfähigkeit von Quantencompilern an verschiedene Hardware

Ein weißes Buch mit einem QR-Code auf dem Cover liegt auf einer grauen Oberfläche.

Neue Methode misst Anpassungsfähigkeit von Quantencompilern an verschiedene Hardware

Eine neue Studie hat eine Methode entwickelt, um zu messen, wie gut Quantencompiler sich an verschiedene Hardwareplattformen anpassen. Die Forschung adressiert eine wachsende Herausforderung im Quantencomputing, wo unterschiedliche Architekturen und Qubit-Designs die Softwarekompatibilität erschweren. Die Ergebnisse des Teams könnten Entwicklern helfen, die besten Werkzeuge für den Bau flexibler Quantenanwendungen auszuwählen.

Im Mittelpunkt der Studie steht die sogenannte 'Retargetability' – die Fähigkeit eines Quantencompilers, auf verschiedenen Hardwareplattformen gültige Anweisungen zu generieren. Jede Plattform, von supraleitenden Chips bis zu Ionenfallen, weist einzigartige Qubit-Anordnungen, Fehlerraten und Kohärenzzeiten auf. Diese Unterschiede erfordern, dass Compiler ihre Ausgabe anpassen, ohne dabei Leistung oder Genauigkeit zu opfern.

Um die Retargetability quantifizierbar zu machen, identifizierte das Team fünf zentrale Kriterien: die Flexibilität der Kompilierungsstrategie, die Einhaltung von Branchenstandards, die Integration in das Ökosystem, ein geräteunabhängiges Design sowie die Qualität der Dokumentation und der Programmierschnittstellen (APIs). Auf dieser Grundlage entwickelte es eine messbare Kennzahl. Eine Nutzerstudie testete drei führende Compiler – Tket, Qiskit und ProjectQ – und zeigte, dass Tket und Qiskit in puncto Anpassungsfähigkeit besser abschnitten als ProjectQ.

Die Studie unterstreicht zudem die übergeordneten Anforderungen an Quantensysteme. Für einen zuverlässigen Betrieb müssen die Fehlerraten pro Gatter unter den Schwellenwerten von (10^{-4}) bis (10^{-2}) bleiben. Skalierbare Architekturen müssen die parallele Ausführung von Gattern unterstützen, während die Schaltungstiefe begrenzt bleiben muss, um Dekohärenz zu vermeiden. Compiler spielen eine entscheidende Rolle dabei, diese Anforderungen zu erfüllen – insbesondere in hybriden Systemen, in denen Quantentechnologie und klassische Rechner zusammenarbeiten.

Die neue Kennzahl bietet Entwicklern eine klare Methode, um die Leistung von Compilern auf verschiedenen Quantenhardware-Plattformen zu bewerten. Indem sie Stärken und Schwächen führender Tools aufzeigt, unterstützt die Forschung fundiertere Entscheidungen im Quanten-Software-Engineering. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zum Aufbau einer anpassungsfähigeren und zukunftssicheren Infrastruktur für das Quantencomputing.