18 April 2026, 06:28

Neue Kulturgüter in Deutschland – doch warum fehlen Döner und linke Buchhandlungen?

Schwarz-weißes Foto von Männern in Hüten auf einem Boot mit einem Netz und Seilen im Hintergrund.

Neue Kulturgüter in Deutschland – doch warum fehlen Döner und linke Buchhandlungen?

Deutschland hat neue Traditionen in seine Liste der geschützten Kulturgüter aufgenommen. Zu den jüngsten Ergänzungen zählen unter anderem Schaustellerei auf Volksfesten und die Herrenschneiderei. Doch einige bekannte Bräuche – wie der Döner Kebab und linke Buchhandlungen – wurden nicht berücksichtigt, was eine Debatte ausgelöst hat.

Die Auswahl wurde von Staatsminister für Kultur Wolfram Weimer, der Kultusministerkonferenz und der Deutschen UNESCO-Kommission bekannt gegeben. Die Entscheidungen stoßen im ganzen Land auf sowohl Zustimmung als auch Kritik.

Zu den neu anerkannten Traditionen gehört die Kunst der deutschen Schaustellerei auf Volksfesten. Auch das Handwerk der Herrenschneiderei, bekannt für seine Präzision und Tradition, fand Aufnahme in die Liste. Weitere Neuzugänge sind die Fischerei in der Ostsee, das Straßenfußball auf dem Bolzplatz sowie die St.-Martins-Umzüge im Rheinland.

Eine skurrile historische Bekanntmachung, der "Junge Mann zur Reise", wurde ebenfalls zum Kulturgut erklärt. Diese seltsame Stellenausschreibung aus vergangenen Tagen ist zu einem Symbol des deutschen Erbes geworden.

Doch besonders einige prominente Auslassungen sorgen für Aufsehen. Weimer strich kürzlich ein Übersetzungsprojekt für palästinensische Autor:innen von der Förderliste des Berliner Hauptstadtkulturfonds. Dieser Schritt löste Proteste von Kulturminister:innen und Senator:innen in acht SPD-geführten Bundesländern aus. Auch die Nürnberger Rostbratwurst vom SPD-Sommerfest erhielt trotz ihrer Beliebtheit keine offizielle Anerkennung.

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Weimers Ansatz zum Kulturerhalt lenkt den Fokus auf das, was es nicht auf die Liste geschafft hat. Vor allem das Fehlen des Döner Kebabs und unabhängiger linksgerichteter Buchhandlungen hat die öffentliche Aufmerksamkeit erregt.

Die neue Liste der immateriellen Kulturgüter unterstreicht die Vielfalt der deutschen Traditionen. Doch die Auslassungen werfen Fragen auf, was eigentlich schützenswert ist. Da bereits Proteste im Gange sind, wird die Debatte über kulturelle Anerkennung voraussichtlich weitergehen.

Die Entscheidungen von Weimer und der UNESCO-Kommission werden prägen, wie Deutschland sein Erbe in den kommenden Jahren bewahrt.

Quelle