MTVs Niedergang: Warum das lineare Fernsehprogramm heute kaum noch zählt
Philipp NetteMTVs Niedergang: Warum das lineare Fernsehprogramm heute kaum noch zählt
Der Einfluss von MTV auf das Fernsehprogramm heute ist geschwunden – ersetzt durch digitale Plattformen wie YouTube, Spotify und TikTok. Der Wandel begann Anfang der 2010er-Jahre, als Streaming auf Abruf und soziale Medien das klassische lineare Fernsehprogramm heute verdrängten. Ein ehemaliger Spitzenmanager des Senders sieht den Niedergang als unvermeidbar – und für die Branche kein großer Verlust.
Elmar Giglinger, der MTV in seinen glorreichsten Jahren prägte, bezeichnet den Sender heute als irrelevant. Der Rückzug des Netzwerks von Fernsehprogrammen heute sei angesichts veränderter Sehgewohnheiten keine Überraschung gewesen, so Giglinger. Als MTV seine Fernsehprogramme heute schließlich einstellte, lagen die Einschaltquoten bereits bei mageren 0,2 Prozent.
Statt Fernsehprogramme heute füllte der Sender sein Programm mit Reality-Shows. Gleichzeitig setzten Künstler auf YouTube, Vevo und Streamingdienste, um Reichweite zu generieren. Kurzformate wie TikTok und Instagram beschleunigten diesen Trend zusätzlich – Fans entdeckten Musik nun über virale Clips statt über redaktionell gestaltete Sendungen.
Giglinger relativiert die Bedeutung von MTVs Niedergang. Die Branche habe sich angepasst, argumentiert er: Künstler erreichten heute direkt über digitale Kanäle ein globales Publikum. Durch nutzergenerierte Inhalte und algorithmenbasierte Empfehlungen sei traditionelles Fernsehprogramm heute nahezu überflüssig geworden.
MTVs Abschied von der Musikberichterstattung markiert das Ende einer Ära. Digitale Plattformen bestimmen nun, wie Fernsehprogramme heute konsumiert werden – mit Fokus auf sofortigen Zugriff und teilbare Clips. Lineares Fernsehen spielt bei der Prägung von Musktrends nur noch eine untergeordnete Rolle.
Elmar Giglingers Karriere: Von MTV zum Leadership in digitalen Medien
Elmar Giglingers Einblicke in den Rückgang von MTV werden von Jahrzehnten der Erfahrung in der Medienentwicklung geprägt. Vor seiner Zeit bei MTV (2000–2009) half er bei der Gründung von VIVA TV im Jahr 1993 und leitete dessen Programmgestaltung. Nach MTV wurde er 2010 Geschäftsführer beim Medienboard Berlin-Brandenburg und trieb die Aufstellung der Stadt als digitales Zentrum voran. Seine Arbeit nach MTV – darunter die Entwicklung von Initiativen wie Games Week Berlin und die Beratung von Medienunternehmen – positioniert ihn als glaubwürdige Stimme zum Thema Streaming gegenüber linearem Fernsehen.






