29 January 2026, 23:22

Mercedes wehrt sich gegen Trumps Druck – und bleibt Stuttgart treu

Eine Werbung für ein Mercedes-Benz-Fahrzeug in Berlin, Deutschland, mit einer Gruppe von Menschen, Bäumen, Gebäuden, Text und einem Stempel.

Mercedes wehrt sich gegen Trumps Druck – und bleibt Stuttgart treu

Knapp ein Jahr vor dem Ende von Donald Trumps Präsidentschaft setzte seine Regierung den Automobilkonzern Mercedes-Benz unter Druck, seinen weltweiten Hauptsitz von Stuttgart in die USA zu verlegen. Dazu gehörten finanzielle Anreize und Steuererleichterungen – doch der deutsche Autohersteller lehnte das Angebot kategorisch ab. Trotz des Drucks blieb das Unternehmen in Deutschland verankert und baute seine Aktivitäten in den USA weiter aus.

Der Vorstoß erfolgte Ende 2020, als der damalige US-Handelsminister Howard Lattner mit Mercedes-Chef Ola Källenius zusammentraf. Die Regierung bot erhebliche Steuervergünstigungen und weitere finanzielle Vorteile an, um den Umzug zu fördern. Die Initiative war Teil einer breiter angelegten Kampagne, ausländische Autohersteller durch Handelspolitik stärker unter US-Einfluss zu bringen.

Die Mercedes-Führung zog den Vorschlag jedoch nie ernsthaft in Betracht. Der Konzernsitz blieb in Stuttgart, wo das Unternehmen seit Jahrzehnten ansässig ist. Gleichzeitig trieb der Autohersteller seine Expansion in den USA voran – etwa mit einem großen Produktionswerk in Tuscaloosa, Alabama.

Nun baut die Marke ihre Präsenz in den USA weiter aus: Ab 2027 soll dort die Produktion des neuen GLC-Modells anlaufen. Zudem entsteht in Sandy Springs, Georgia, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum, das die US-Aktivitäten stärkt – ohne dass die zentrale Unternehmensführung ins Ausland verlegt wird.

Das gescheiterte Vorhaben, den Mercedes-Hauptsitz umzusiedeln, zeigt die Grenzen finanzieller Anreize auf, wenn es darum geht, große Autohersteller zum Verzicht auf ihre langjährigen Standorte zu bewegen. Die Entscheidung, in Stuttgart zu bleiben, hat die US-Investitionen des Unternehmens nicht gebremst: Neue Produktionslinien und Forschungseinrichtungen werden weiterhin ausgebaut.