25 April 2026, 00:30

Mecklenburg-Vorpommern streitet über Reformen am Landesverfassungsgericht vor der Wahl

Schwarze und weiße Kopie des ersten Entwurfs der deutschen Verfassung mit einer handgezeichneten Straßenszene mit Fahnenmast, Gebäuden, Bäumen und Himmel.

Mecklenburg-Vorpommern streitet über Reformen am Landesverfassungsgericht vor der Wahl

In Mecklenburg-Vorpommern entbrennt eine politische Debatte über geplante Reformen des Landesverfassungsgerichts. Die regierende Koalition aus SPD, Grünen und Linken will die Ernennung der Richter ändern und deren Amtszeiten absichern. Kritiker werfen ihnen jedoch vor, vor den anstehenden Wahlen politischen Einfluss festschreiben zu wollen.

Die Koalition strebt an, die aktuellen Regelungen – wie die zwölfjährige Amtszeitbegrenzung und die Altersgrenze von 68 Jahren für Richter – in der Landesverfassung zu verankern. Ihr Plan sieht zudem eine Notlösung vor: Falls innerhalb von sechs Monaten nach Ablauf einer Amtsperiode kein Nachfolger ernannt wird, könnte das Gericht selbst Kandidaten vorschlagen. Diese bräuchten dann nur noch eine absolute Mehrheit im Landtag, um bestätigt zu werden.

Die Opposition reagiert scharf. Enrico Schult von der AfD bezeichnete den Vorstoß als "Verfassungstrick", um das Gericht auf linke Politik auszurichten. Auch CDU-Landeschef Daniel Peters lehnte den Vorschlag ab und argumentierte, Demokratie funktioniere am besten durch Vertrauen und offenen Diskurs – nicht durch Regeländerungen.

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Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Umfragen sehen die AfD mit 34 Prozent klar vor der SPD (26 Prozent) und der CDU (12 Prozent). Die Linke liegt bei 10 Prozent, während Grüne und BSW jeweils 5 Prozent erreichen. Scheitert die Abstimmung über die Reform, bleiben die aktuellen Richter einfach im Amt.

Die Koalition betont, die Änderungen seien nötig, um ein "Risiko der Blockade" zu vermeiden und das Gericht vor politischer Einflussnahme zu schützen. Zudem solle verhindert werden, dass künftig Streit über Ernennungen entsteht – angesichts der fehlenden Zwei-Drittel-Mehrheit im Landtag.

Die geplanten Reformen würden die Auswahl der Richter und die Dauer ihrer Amtszeiten verändern. Werden sie verabschiedet, treten die neuen Regeln noch vor der nächsten Wahl in Kraft, bei der die starke Umfrageposition der AfD das politische Kräfteverhältnis verschieben könnte. Das Ergebnis wird entscheiden, ob der Einfluss der aktuellen Koalition auf das Gericht bestehen bleibt – oder künftigen Herausforderungen gegenübersteht.

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