10 May 2026, 14:27

Maria Happels mutige Neuerzählung von Falstaff feiert am Burgtheater Premiere

Plakat für das Theater Sarah Bernhardt von 1909-1910, das eine Gruppe von Frauen in der Mitte zeigt, mit Texten, die das Theater und seine Schauspieler beschreiben.

Maria Happels mutige Neuerzählung von Falstaff feiert am Burgtheater Premiere

„Der heilige Falstaff“: Maria Happels neues Werk am Burgtheater Wien

Eine neue österreichische Produktion, „Der heilige Falstaff“, steht am Wiener Burgtheater kurz vor der Premiere. Regie führt Maria Happel, die sich für ihre Inszenierung von Shakespeares „Heinrich IV.“ inspirieren ließ. Die erfahrene Theaterfrau, die mehr als die Hälfte ihres Lebens in der Stadt verbracht hat, bezeichnet sich selbst lieber als „Spielleiterin“ – eine Spielanleiterin – denn als klassische Regisseurin.

Unterdessen probt ihre Nachbarin und Kollegin Paula Nocker intensiv für „Mythen des Alltags“, ein Gemeinschaftsprojekt des Volkstheaters und der Wiener Festwochen. Die beiden Künstlerinnen verbinden eine enge, aber offene Freundschaft, in der Ehrlichkeit großgeschrieben wird – selbst wenn sie einander damit manchmal auf die Nerven gehen.

Maria Happels Karriere ist seit langem mit Wien verbunden, einer Stadt, die sie heute als ihre Heimat bezeichnet. Nach über drei Jahrzehnten dort fühlt sie sich durch und durch Wienerin. Ihr Regieansatz, geprägt von Kollaboration und Spontanität, prägte bereits Produktionen wie die Inszenierung von 2010 in Reichenau, bei der sie mit ihren beiden Töchtern zusammenarbeitete.

Doch ihre Amtszeit als Leiterin des Reinhardt-Seminars endete abrupt. Es gab Vorwürfe, sie habe zu wenig Zeit für die Rolle gehabt und den Studierenden nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt. Die Kontroverse stellte einen seltenen Rückschlag in ihrer ansonsten gefeierten Laufbahn dar.

Jetzt konzentriert sich Happel auf „Der heilige Falstaff“, eine kühne Neuerzählung von Shakespeares Werk. Die Burgtheater-Produktion befindet sich in den letzten Proben, die Premiere rückt näher. Ihre berufliche Verbindung zu Paula Nocker, ihrer Nachbarin, bereichert ihr künstlerisches Schaffen zusätzlich. Selbst ihre Töchter leben im selben Stockwerk – eine enge Verflechtung von Privatem und Beruflichem.

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Nocker ihrerseits bereitet „Mythen des Alltags“ vor, eine Koproduktion, die Theater und Festwochen-Energie vereint. Sie und Happel schätzen einander sehr, doch ihre direkte Art sorgt mitunter für Reibungen. Nocker ist überzeugt: Kritik hat ihren Wert – solange sie respektvoll bleibt.

Die Premiere von „Der heilige Falstaff“ wird einen weiteren Meilenstein in Happels langjähriger Verbindung zur Wiener Theaterszene markieren. Ihr Regie-Stil, der auf Verspieltheit und Führung basiert, prägt weiterhin Inszenierungen in der ganzen Stadt.

Gleichzeitig zeigt Nockers Arbeit an „Mythen des Alltags“ den kooperativen Geist zwischen Volkstheater und Wiener Festwochen. Beide Regisseurinnen, verbunden durch räumliche Nähe und professionelle Wertschätzung, bleiben zentrale Figuren in Österreichs Kulturlandschaft.

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