17 January 2026, 14:17

Mainzer Fasching startet mit Ticketzwang und strengen Auflagen in die neue Session

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto einer belebten KarnevalsSzene mit Zelten, Menschen, Karren, Pfählen, Bäumen und Gebäuden im Hintergrund, mit der Beschriftung "Barnet Fair, London, England" unten.

Mainzer Fasching startet mit Ticketzwang und strengen Auflagen in die neue Session

Mainz startet mit strengen Regeln in die Faschingsaison

Am 11. November eröffnete Mainz die diesjährige Faschingszeit mit einer streng kontrollierten Veranstaltung auf dem Schillerplatz. Erstmals führte die Stadt ein Ticketystem ein und begrenzte die Besucherzahl auf 9.000 Personen. Während einige Feiernde über die neuen Auflagen verärgert waren, verteidigten die Veranstalter die Maßnahmen als notwendig – sowohl aus Sicherheitsgründen als auch zur Kostenkontrolle.

Pünktlich um 11:11 Uhr versammelten sich 9.000 Karnevalsbegeisterte auf dem Schillerplatz, um den Auftakt der Session zu feiern. Die traditionelle Uhr, sonst ein zentraler Blickfang, war diesmal hinter einer großen digitalen Countdown-Anzeige verborgen. Die Schwellköpp, die prägenden Figuren des Events, mussten sich stattdessen auf eine Nebenbühne beschränken – statt wie sonst im Mittelpunkt zu stehen.

Der Mainzer Carneval-Verein (MCV) begründete die Neuerungen mit steigenden Ausgaben und erhöhten Sicherheitsanforderungen. Der Zugang zum Balkon des Osteiner Hofs war ausschließlich akkreditierten Journalisten vorbehalten, während die Besucherbeschränkungen auf Widerstand stießen. Ein Gast skandierte etwa: „Fastnacht für alle!“. Oberbürgermeister Nino Haase eröffnete die Feierlichkeiten mit einer Begrüßung der Menge und einem Appell für Zusammenhalt in schwierigen Zeiten. Anschließend traten die Mainzer Hofsänger auf, die mit einem besonderen Auftritt ihr bevorstehendes 100-jähriges Jubiläum feierten.

Trotz der kontrollierten Atmosphäre verlief die Veranstaltung laut Polizei weitgehend friedlich, auch wenn zehn Strafanzeigen wegen Beleidigung und leichter Körperverletzung erstattet wurden. Auffällig war das Fehlen des Regionalrundfunks SWR, der in diesem Jahr auf jede Karnevalsberichterstattung verzichtete. Stattdessen zeigte der Sender Wiederholungen und Alternativprogramm. Auch der Mainzer Narren Club, sonst fester Bestandteil der Eröffnungsfeier, war nicht vertreten – nach einem Bühnenverbot im Vorjahr.

Die Veranstaltung endete mit einer Mischung aus festlicher Stimmung und anhaltender Unzufriedenheit über die neuen Einschränkungen. Die Organisatoren betonten, die Maßnahmen seien unverzichtbar für Sicherheit und finanzielle Stabilität. Nun, da die Session eröffnet ist, bleibt abzuwarten, wie sich diese Veränderungen auf die künftigen Feiern in Mainz auswirken werden.