31 December 2025, 17:03

Mainz trauert: Prägende Persönlichkeiten der Region sind verstorben

Eine Gruppe von Menschen steht auf einer B√ľhne mit einem Banner, Lautsprecher, Tisch, Bildschirm und Vorh√§ngen im Hintergrund, eine Person in Uniform h√∂lt eine M√ľtze, und eine Frau in einem weißen Hemd.

Mainz trauert: Prägende Persönlichkeiten der Region sind verstorben

In den letzten Monaten sind mehrere prägende Persönlichkeiten aus Mainz und Rheinland-Pfalz verstorben. Ihr Wirken erstreckte sich über Politik, Kultur, Sport und Gesundheitswesen und hinterlässt in der Region eine nachhaltige Spur.

Unter ihnen befanden sich ein ehemaliger Ministerpräsident, ein angesehener Journalist sowie zentrale Figuren lokaler Traditionen wie Karneval und Fußball.

Bernhard Vogel, eine der führenden Gestalten der deutschen Politik, starb im Alter von 92 Jahren. Von 1976 bis 1988 amtierte er als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, bevor er später von 1992 bis 2003 Thüringen regierte. Seine politische Laufbahn prägte die Regionalpolitik über Jahrzehnte.

Herbert Mertin, Justizminister des Landes und FDP-Politiker, verstarb mit 66 Jahren. Er bekleidete das Amt von 1999 bis 2006 und erneut von 2016 bis zu seinem Tod. Seine Arbeit beeinflusste rechtliche Reformen in Rheinland-Pfalz maßgeblich.

In den Medien hinterlässt Ekkehardt Gahntz, langjähriger ZDF-Journalist, eine Lücke. Über 25 Jahre gestaltete er die Nachrichtensendungen des Senders mit und leitete später das Wirtschafts- und Umwelt-Ressort bis zu seinem Ruhestand 2003. Er wurde 79 Jahre alt.

Die Mainzer Karnevalsszene verlor zwei ihrer prägendsten Köpfe: Dieter Wenger, der Chef-Wagenbauer des Mainzer Carneval-Vereins (MCV), starb mit 84 Jahren nach sechs Jahrzehnten, in denen er die Rosenmontagsumzugswagen entwarf. Elisabeth Klöver, Leiterin des MCV-Hofballetts, verstarb ebenfalls im Alter von 85 Jahren. Sie bildete Generationen von Tänzerinnen aus und war eine centrale Figur der städtischen Karnevalstradition.

Die Kunst- und Kulturszene trauert um Barbara Rupp, Mitgründerin und langjährige Vorsitzende des Fördervereins des Mainzer Unterhaus. Sie half 1982 bei der Gründung des Veranstaltungsorts mit und führte ihn bis 2008. Ulf Glasenhardt, Veranstaltungskoordinator im Kulturclub Schon Schön, starb unerwartet – er war erst 2022 zum Team gestoßen.

Im Gesundheitsbereich verstarb Dr. Thomas Flohr, Onkologe im Hämatologisch-Onkologischen Medizinischen Versorgungszentrum Mainz, mit nur 57 Jahren. Seine Arbeit gab vielen Krebspatienten Hoffnung.

Auch der Sport muss Abschied nehmen: Sigurd Spielmann, Ehrenmitglied des 1. FSV Mainz 05, starb mit 90 Jahren nach 70-jähriger Vereinszugehörigkeit. Holger Bernhardt, ehemaliger Torwart desselben Clubs, verstarb ebenfalls.

Marita Boos-Waidosch, die langjährige Behindertenbeauftragte der Stadt Mainz, starb nach 25 Jahren im Amt. Sie setzte sich unermüdlich für Barrierefreiheit und Inklusion in der Stadt ein.

Die Todesfälle markieren das Ende einer Ära für viele Einrichtungen in Mainz und darüber hinaus. Ihr Engagement in Politik, Medien, Gesundheitswesen und Kultur hat die Region über Jahre geprägt.

In den kommenden Wochen werden Gedenkveranstaltungen und Würdigungen an ihr Wirken erinnern.