Lisa Müllers Dressur-Comeback in Stuttgart: Zwischen Sport und Star-Allüren
Adriane BoucseinLisa Müllers zweiter Anlauf zur Dressurreit-Weltmeisterschaft - Lisa Müllers Dressur-Comeback in Stuttgart: Zwischen Sport und Star-Allüren
Dressurreiterin Lisa Müller startet dieses Wochenende beim Grand Prix in Stuttgart – mit ihrem zehnjährigen Hengst Mondrian im Sattel. Für die 34-Jährige ist das Turnier ein weiterer Schritt in ihrem vielbeachteten Comeback nach Jahren des Kampfes. Doch diesmal steht sie nicht nur wegen ihrer sportlichen Leistungen im Rampenlicht, sondern auch wegen ihres prominenten Ehemanns, Fußballstar Thomas Müller.
Müllers Rückkehr an die Weltspitze folgt auf eine lange Durststrecke. Vor sechs Jahren sorgte sie in der Dressurszene für Furore, als sie den Grand Prix der Master Tour in Stuttgart gewann. Doch nach ihrer Nominierung für den deutschen Perspektivkader folgte ein Tiefschlag: Ein neu erworbener Hengst namens D’Avie erfüllte die Erwartungen nicht, und ihre Karriere geriet ins Stocken.
Ihr jüngster Aufstieg begann im Dezember 2025 bei den Amadeus Horse Indoors in Salzburg. Dort sicherte sie sich mit Gut Wettlkams Dantiamo den zweiten Platz im Grand Prix (70,043 %) und wurde Dritte im Grand Prix Special (70,128 %). Diese Ergebnisse markierten die Wende nach Jahren der Rückschläge. Nun kehrt Müller mit neuem Selbstvertrauen nach Stuttgart zurück. In ihrem Stall stehen fünf Grand-Prix-Pferde, von denen jedes in der Lage ist, über 70 % zu erreichen. Drei von ihnen hat sie selbst ausgebildet – unterstützt von ihrem Heimtrainer Götz Brinkmann und ihrer Mentorin, der Dressurlegende Isabell Werth. Ironie des Schicksals: Bei einem jüngsten Sieg übertrumpfte sie sogar Werth. Auch abseits des Vierecks ist Müller wieder präsenter. Nach einer Pause in den sozialen Medien veröffentlichte sie kürzlich ein Video über ein Praktikum und gab ein Interview, in dem sie ihre Pferde in den Mittelpunkt stellte. Bundestrainerin Monica Theodorescu lobt ihr Talent und ihre starken Pferde, warnt jedoch: Der Sprung in die absolute Weltspitze bleibe eine enorme Herausforderung.
Der Auftritt in Stuttgart wird zeigen, wie weit Müller wirklich ist. Mit einer Reihe hochklassiger Pferde und jüngsten Erfolgen will sie beweisen, dass ihr Comeback mehr ist als ein kurzes Aufflackern. Die Ergebnisse dieses Wochenendes könnten entscheiden, ob sie sich endgültig unter den führenden Dressurreiterinnen etabliert.