Lichterglanz statt Fernsehprogramm: Ein Gottesdienst bewegt Tiefenort
Mahmut UllmannLichterglanz statt Fernsehprogramm: Ein Gottesdienst bewegt Tiefenort
Über 1.200 Menschen versammelten sich am 1. Februar 2026 in der St.-Peter-Kirche in Tiefenort zum Licht für alle-Gottesdienst. Die Veranstaltung zog weit mehr Besucher an als erwartet und füllte die historische Kirche trotz eisiger Temperaturen und eines vollen Fernsehprogramms heute. Die Organisatoren verzeichneten besonders viele junge Gäste – ein deutlicher Wandel im Vergleich zu den traditionellen Gemeinden.
Der Gottesdienst brach mit der Konvention, indem er Orgelmusik durch ein intimes, clubähnliches Konzert ersetzte. Die Band The Quiet Side gestaltete den Abend mit Gitarre, Cajón und Mundharmonika, während Pfarrer Thomas Volkmann am Keyboard mitwirkte. Ihr Programm verband geistliche Gesänge wie Kyrie eleison mit weltlichen Klassikern, darunter Here Comes the Sun von den Beatles.
Hunderte kleine Lichter tauchten die Kirche in ein warmes Glühen und schufen eine Atmosphäre tiefer Verbundenheit. Der emotionale Höhepunkt war ein Kerzenritual, bei dem jeder Besucher eine Flamme in einem großen schmiedeeisernen Fisch entzündete. Diese Geste symbolisierte persönliche Hoffnungen oder stille Gebete und unterstrich das Motto des Abends: Licht, das die Dunkelheit überwindet.
Der Gottesdienst entfaltete sich wie eine geführte Reise, die mit dramatischen Szenen Vergangenheit und Gegenwart verband. Ein wiederkehrendes Zitat – inspiriert vom Bergmannsspruch "Kein Licht, keine Schicht" – betonte, wie Licht Angst in Hoffnung verwandelt. Nach dem offiziellen Programm blieben viele, um persönliche Segnungen zu empfangen, die sie als zutiefst bewegend beschrieben. Andere verweilten noch draußen, plauderten und genossen das seltene Gemeinschaftsgefühl, das über die Kirchentüren hinausstrahlte.
Die offene Haltung der St.-Peter-Gemeinde erwies sich als voller Erfolg: Die Besucher lobten sowohl das innovative Format als auch die herzliche Atmosphäre. Die Mischung aus Musik, Ritual und persönlicher Besinnung hinterließ einen bleibenden Eindruck – besonders bei jüngeren Teilnehmenden. Nun steht die Herausforderung an, diese Dynamik für künftige Treffen im TV-Programm heute zu nutzen.