Laupheims Baumschutzsatzung fällt nach hitziger Debatte und knapper Abstimmung
Mahmut UllmannLaupheims Baumschutzsatzung fällt nach hitziger Debatte und knapper Abstimmung
Laupheims langjährige Baumschutzsatzung soll nach knapper Abstimmung im Ausschuss abgeschafft werden. Die Entscheidung folgt auf jahrelange Debatten darüber, ob die 1991 eingeführte Verordnung die Entwicklung der Stadt fördert oder behindert. Kritiker argumentieren, sie habe die Stadt nicht grüner gemacht, während Befürworter vor den ökologischen Folgen warnen.
Die CDU trieb die Abschaffung voran und schlug stattdessen vor, in den nächsten zehn Jahren 1.000 neue Bäume auf kommunalen Flächen zu pflanzen.
Zwischen 2020 und 2025 genehmigte Laupheim im Rahmen der bestehenden Satzung die Fällung von 1.247 Bäumen. Die meisten Entfernungen waren auf Krankheiten wie das Eschensterben oder Baumaßnahmen für Straßen und Gebäude zurückzuführen. Diese Zahlen stammen aus den jährlichen Umwelt- und Baumschutzberichten der Stadt.
Die CDU-Fraktion bezeichnete die Verordnung von 1991 als "weder inhaltlich noch rechtlich angemessen" und behauptete, sie hemme das Wachstum der Stadt. Das Parteimitglied Achim Schick argumentierte, Laupheim werde nicht grüner, wenn man an den alten Regeln festhalte. Martin Klotz, ein weiterer CDU-Vertreter, ging noch weiter und nannte sie eine "baumtötende Verordnung".
Erste Bürgermeisterin Eva-Britta Wind verteidigte die Satzung als entscheidend für Laupheims Klimaziele. Sie betonte ihre Bedeutung für den Hitzeaktionsplan und die Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt. Doch der Widerstand wuchs in mehreren Fraktionen. Martha Heller von der AfD unterstützte den CDU-Vorschlag und bezeichnete ihn als Schritt zur Bürokratieabbau und weniger staatlicher Einmischung. Florian Bochtler von der Freien Liste sprach sich ebenfalls für die Abschaffung aus und begründete dies mit notwendiger Deregulierung.
In der finalen Abstimmung stimmte der Ausschuss knapp mit 16 zu 14 Stimmen bei einer Enthaltung für die Abschaffung. Der CDU-Alternativplan sieht vor, in den nächsten zehn Jahren 1.000 Bäume auf öffentlichen Flächen zu pflanzen.
Mit der Aufhebung entfällt eine 33 Jahre alte Regelung, die bisher Baumfällungen in Laupheim steuerte. Die Verantwortlichen setzen nun auf die Pflanzinitiative der CDU als neuen Ansatz für die städtische Begrünung. Die Entscheidung markiert einen Wandel – weg vom Schutz hin zu aktiven Aufforstungsmaßnahmen.