Kretschmanns Abschied: Wie der erste grüne Ministerpräsident Baden-Württembergs Ära prägte
Adriane BoucseinKretschmann: "Ich bin froh, dass ich aufhöre" - Kretschmanns Abschied: Wie der erste grüne Ministerpräsident Baden-Württembergs Ära prägte
Winfried Kretschmann, der 77-jährige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, wird nach der Landtagswahl am 8. März 2026 zurücktreten. Sein Abschied markiert das Ende einer 15-jährigen Amtszeit, die die jahrzehntelange Vorherrschaft der CDU in der Region brach. Als er 2011 sein Amt antrat, wurde er zum ersten grünen Ministerpräsidenten Deutschlands und prägte damit die politische Landschaft des Landes nachhaltig neu.
Kretschmann hat die Belastungen des Amtes stets offen als zermürbend beschrieben. Die Anforderungen des Postens lasten schwer auf ihm, selbst kleine Rückschläge rauben ihm oft den Schlaf. Er empfindet eine ständige Verantwortung, politische Vorhaben voranzutreiben oder Probleme im Keim zu ersticken.
Sein Verzicht auf eine erneute Kandidatur kommt nicht überraschend. Umfragen vom Januar 2026 sehen die CDU mit 29 Prozent in Führung, während die Grünen bei 23 Prozent liegen. Sein möglicher Nachfolger Cem Özdemir bleibt im Rennen, um die Regierungsverantwortung der Partei nach der Wahl zu verlängern.
Kretschmanns Ära begann 2011, als er Jahrzehnte konservativer Herrschaft beendete. Unter seiner Führung entwickelten sich die Grünen zu einer prägenden politischen Kraft in Baden-Württemberg. Nun, da seine Amtszeit dem Ende entgegengeht, gibt er unumwunden zu, Erleichterung über den bevorstehenden Rückzug zu spüren.
Die Wahl am 8. März wird entscheiden, ob die Grünen ihren Einfluss im Land halten können. Kretschmanns Abschied hinterlässt eine Lücke, doch sein Vermächtnis als erster grüner Ministerpräsident ist unbestritten. Die aktuelle Umfrageführung der CDU deutet auf einen möglichen Machtwechsel hin – das Endergebnis wird jedoch von der Wählerbeteiligung und der Kampagnendynamik abhängen.