24 March 2026, 08:29

Krankenhäuser kämpfen mit Finanzen und Personalmangel bei ambulanter Versorgung

Plakat mit Text und Logo, auf dem steht: "Die Sonderanmeldephase für die Gesundheitsversorgung ist bis zum 15. August verlängert."

Krankenhäuser kämpfen mit Finanzen und Personalmangel bei ambulanter Versorgung

Deutsche Krankenhäuser stehen vor wachsenden finanziellen und betrieblichen Herausforderungen, da die Regeln für die ambulante Versorgung strenger werden. Das Krankenhaus Sigmaringen ist dafür ein typisches Beispiel: Wie viele andere Kliniken muss es sich durch ein striktes Genehmigungssystem kämpfen, während es gleichzeitig mit Defiziten und Personalmangel zu tun hat. Eine aktuelle Veränderung in der kardiologischen Abteilung zeigt, wie sehr die Krankenhäuser unter der Last stehen, ambulante und stationäre Versorgung mit begrenzten Ressourcen in Einklang zu bringen.

In Deutschland wird die ambulante Behandlung in der Regel von niedergelassenen Ärzten übernommen. Krankenhäuser dürfen nur in Ausnahmefällen und mit Sondergenehmigungen eingreifen. Diese Genehmigungen werden nicht an die Kliniken selbst, sondern an einzelne Ärzte vergeben – und zwar von einem Zulassungsausschuss, der sich aus Vertretern der Krankenkassen und Ärzten zusammensetzt. Hospitalambulanzen werden nur dann bewilligt, wenn die lokale Ärzteschaft den Bedarf nicht decken kann.

Das Krankenhaus Sigmaringen bietet derzeit ambulante Behandlungen in den Fachbereichen Urologie, Kardiologie, Gastroenterologie, Gynäkologie, Chirurgie und Onkologie an. Die Klinikleitung betont jedoch, dass es dabei nicht um Konkurrenz zu Privatpraxen gehe, sondern darum, die notwendige Versorgung der Patienten sicherzustellen. Dennoch bleiben die finanziellen Belastungen bestehen: Die Behandlung von ambulanten Patienten ist weniger lukrativ als die von stationären, da Personal, Räume und Geräte pro Fall höhere Kosten verursachen.

Eine unmittelbare Veränderung steht in der Kardiologie bevor. Dr. Jan Prillinger, der bisher die Betreuung von Patienten mit Schrittmachern und Defibrillatoren in Sigmaringen verantwortete, wechselt am 1. Oktober in die Gemeinschaftspraxis Hanfertal. Mit seinem Abgang endet dieser ambulante Service im Krankenhaus. Gleichzeitig ist die onkologische Abteilung seit Februar ohne Chefarzt, wodurch einige gesetzlich versicherte Krebspatienten ohne ambulante Betreuung dastehen.

Das Problem betrifft jedoch nicht nur Sigmaringen, sondern hat bundesweite Auswirkungen. Über zwei Drittel der deutschen Krankenhäuser schreiben rote Zahlen – eine alarmierende Entwicklung angesichts der Forderung nach einem Ausbau der ambulanten Versorgung. Die SRH-Kliniken erwarten zwar einen Anstieg der ambulanten Fälle, da die Gesundheitspolitik auf Kosteneinsparungen drängt, doch die finanziellen und logistischen Hürden sind noch längst nicht gelöst.

Die Situation in Sigmaringen spiegelt die größeren Schwierigkeiten im deutschen Gesundheitssystem wider. Angesichts schwer zu erhaltender Genehmigungen, steigender Kosten und anhaltendem Personalmangel steht die Ausweitung der ambulanten Versorgung auf wackligen Beinen. Ohne zusätzliche staatliche Förderung oder politische Anpassungen könnte der Wandel für viele ohnehin schon finanziell angeschlagene Kliniken kaum zu bewältigen sein.

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