Kohleausstieg in Deutschland: Warum noch Kraftwerke im Bau sind
Deutschlands Energiewende hat einen Rückzug von der Kohle eingeleitet – doch einige Projekte laufen noch
Obwohl seit 2009 keine neuen Genehmigungen mehr erteilt wurden, befinden sich mindestens zehn Kohlekraftwerke noch im Bau. Aktuelle Untersuchungen haben nun den Zeitrahmen dieser Vorhaben und ihren Zusammenhang mit dem deutschen Atomausstieg präzisiert.
Die letzte genehmigte Kohleanlage in Deutschland war Block 9 in Mannheim, der 2009 die Baugenehmigung erhielt. Seither wurden keine neuen Projekte mehr bewilligt. Bei den acht weiteren derzeit im Bau befindlichen Kraftwerken begannen die Arbeiten spätestens 2009 – sie benötigten damit rund fünf Jahre Bauzeit.
Zwar sind kürzlich zwei neue Kohlekraftwerke in Betrieb gegangen, doch sechs geplante Projekte wurden nach dem Atomausstieg 2011 aufgegeben. Der Energieexperte Craig Morris hat Behauptungen über die deutsche Energiewende überprüft und keine Hinweise darauf gefunden, dass die Abschaltung der Atomkraftwerke zum Bau neuer Kohlekraftwerke führte.
Die Daten zeigen ein klares Muster: Während ältere Projekte fertiggestellt werden, wurden seit dem Atomausstieg keine neuen Kohlekraftwerke mehr begonnen. Stattdessen wurden sechs Vorhaben seit 2011 storniert – ein Zeichen für den generellen Ausstieg aus der Kohle.
Die deutsche Kohlekraft-Landschaft wird heute von älteren Projekten geprägt, die kurz vor der Fertigstellung stehen, nicht von Neubauten. Da seit 2009 keine Genehmigungen mehr erteilt wurden und mehrere Projekte gestrichen wurden, scheint die Energiepolitik auf den Kohleausstieg ausgerichtet zu sein. Die noch im Bau befindlichen Anlagen markieren damit eher das Ende einer Ära als eine Renaissance der Kohle.






