Knaufs Gipsabbau bei Würzburg spaltet Region: Trinkwasser in Gefahr?
Adriane BoucseinKnaufs Gipsabbau bei Würzburg spaltet Region: Trinkwasser in Gefahr?
Der Baustoffhersteller Knauf hat ein 50-jähriges Gipsabbauprojekt in der Nähe von Würzburg vorgeschlagen, mit dem Ziel, jährlich eine Million Tonnen zu fördern. Der Plan hat eine hitzige Debatte ausgelöst, da die Öffentlichkeit Bedenken hinsichtlich der Trinkwassersicherheit und der Umweltauswirkungen äußert.
Die Regierung Unterfrankens prüfte das Vorhaben nach Anhörung von 79 Behörden und der Auswertung von über 4.300 Einwendungen. Sie kam zu dem Schluss, dass der Abbau keine unkontrollierbaren Risiken berge – vorausgesetzt, strenge Auflagen werden eingehalten. Dazu gehört auch ein Stopp der Arbeiten, falls der Grundwasserspiegel sinkt, da ein Restrisiko bleibt.
Die Region ist von zentraler Bedeutung für die Trinkwasserversorgung Würzburgs, wie der Grünen-Politiker Patrick Friedl betont. Er kritisierte, dass die Risikobewertung die Gefährdung der Wasserquellen unterschätze. Eine Online-Petition gegen das Projekt sammelte zudem über 5.600 Unterschriften.
Knauf begrüßte die Einschätzung der Regierung als fachliche Bestätigung. Das Unternehmen muss nun die vorgegebenen Auflagen erfüllen. Die endgültige Entscheidung über die Genehmigung trifft das Bergamt Nordbayern bis Ende des Jahres.
Das Schicksal des Projekts hängt vom Urteil des Bergamts ab. Bei einer Genehmigung würde Knauf den Gipsabbau unter strenger Aufsicht betreiben, um das Grundwasser zu schützen. Die Entscheidung wird zeigen, ob die Bedenken der Kritiker oder die Zusicherungen der Behörden den Ausschlag geben.
